Thema Alter: von der Ortsbegehung zur Auswertungsveranstaltung

Alter Drei Monate nach der partizipativen Ortsbegehung für Menschen 65+ in Lenzburg, fand die entsprechende Auswertungsveranstaltung statt. Stadträtin Beatrice Taubert freute sich sehr über den gefüllten Saal.

Die Sprecher des Abends: Alina Bühler, Beatrice Taubert, Christian Brenner.Foto:  Debora Hugentobler

Die Sprecher des Abends: Alina Bühler, Beatrice Taubert, Christian Brenner.Foto: Debora Hugentobler

Der Saal war bis auf den letzten Stuhl besetzt.Foto:  Deborah Hugentobler

Der Saal war bis auf den letzten Stuhl besetzt.Foto: Deborah Hugentobler

Nach der Ortsbegehung im Oktober wurde die Broschüre «Älter werden in Lenzburg» an alle Einwohnerinnen und Einwohner über 65 Jahre versendet. Die beigelegte Einladung zur Auswertungsveranstaltung stiess auf grosses Interesse. Rund zwei Drittel der Anwesenden im Alten Gemeindesaal waren angemeldet, erschienen sind – über alle Erwartungen hinaus – 80 Personen.

Ziele wurden erreicht

Weil es in Lenzburg noch keine Fachstelle rund um das Thema Alter gibt, sind die ersten Anlaufstellen Pro Senectute und das Alterszentrum Obere Mühle. Die Gesellschaftskommission, mit der Arbeitsgruppe Alter, gestaltet diverse Anlässe – unter anderem die Ortsbegehung. Alina Bühler von der Fachorganisation Gerontologie CH war als Projektleiterin der Begehung vor Ort. «Bei dieser Ortsbegehung sieht man sehr gut, dass die Verfolgung verschiedener Ziele funktioniert», sagte sie rückblickend. Ältere Personen einbeziehen, verschiedene Organisationen vernetzen und die Bevölkerung erreichen, lauteten die drei grossen Ziele. Bei den vier verschiedenen Rundgängen durch Lenzburg wurden entsprechend Fragen gestellt. Diese waren angelehnt an das Modell der Altersfreundlichkeit der WHO mit den Aspekten räumliche Umgebung, soziales Umfeld und Dienstleistungsangebot. Daraus entstanden sind über 100 Zeilen an Rückmeldungen und eine Auswertungssitzung von über drei Stunden.

Treppen, Wege und Beleuchtungen werden verbessert

Den gebündelten Rückmeldungen den öffentlichen Raum betreffend nahm sich Christian Brenner, Leiter Abteilung Tiefbau und Verkehr, an. Er sei überrascht gewesen, wie viele Punkte nur den Tiefbau betreffen, darunter aber auch viele positive Rückmeldungen. Brenner wies auf das Melde-App Stadt Lenzburg hin, einer Möglichkeit zum Mitwirken. Bereits umgesetzt werden soll auf der Treppe Unterer Haldenweg–Widmiweg ein Handlauf aus Holz. Bei der Treppe «Im Lenz» Dammweg wird geprüft, ob ein einseitiger Gummibelag angebracht werden kann, welcher die Rutschgefahr des Rosts minimiert. Das Sanierungsprojekt für einen sicheren Velo- und Fussgängerübergang Dammweg über Niederlenzerstrasse wird kommen, fordert aber noch etwas Geduld. Beim Widmiweg und Aabachweg will das Sicherheitsproblem Velofahrer/Fussgänger mit einem Plakat «Hier haben alle Platz» gelöst werden. Auch beim Thema Beleuchtung wurde auf die Meldungen eingegangen. Unter der Kerntangente beim Mülimärt wurde das Lichtband bereits mit LED erneuert. Auch die Beleuchtung Rathausgasse–Rathausgässli wird auf Wunsch geprüft. Von der Bevölkerung geschätzt werden die Plauderbänkli, von welchen noch mehr in Planung sind. Offen sei man auch für Entsiegelung und das Pflanzen von Bäumen.

Viele eingebrachte Ideen fliessen in zukünftige Planungen ein

Stadträtin Beatrice Taubert vom Ressort Gesellschaft erläuterte den – wie sie ihn nannte – abstrakten Teil. Auf Wunsch hin haben Pro Senectute und das Müllerhaus zusammen ein Konzept ausgearbeitet: Menschen kennenlernen ohne Konsumzwang. Bei den neuen Überbauungen sind die Stadträte darauf aus, dass Gemeinschaftsräume für Quartiervereine oder Freiwilligenarbeit geschaffen werden. «Was fehlt, ist eine Gruppe, die aktiv ist und Veranstaltungen organisiert. Wenn jemand so etwas anbieten möchte, kann diese Person sich bei Pro Senectute melden», ermutigte Taubert die Anwesenden. Sie ergänzte: «Die Einsamkeit ist immer ein Thema – und wenn solche Gefässe geschaffen werden, ist es vielleicht einfacher, aus der Einsamkeit herauszukommen.»

Kritisiert wurden zu wenig bezahlbare Alterswohnungen und der Hausarztmangel. Zum Problem, dass die Stadt zu wenige öffentliche Toiletten habe, sprach Taubert das Konzept «Nette Toilette» an. Mit den Zentrumsgeschäften und dem Gewerbeverein möchte geschaut werden, wer seine Toiletten ohne Konsumzwang zur Verfügung stellt. Viele Personen äusserten sich bei der Ortsbegehung positiv gegenüber Freiwilligenarbeit. Für den Freiwilligenpool eingeschrieben haben sich am Auswertungsanlass zwei Personen. Beatrice Taubert schlussfolgerte: «Alle bestehenden Angebote werden gut genutzt.» Allgemein sei das Wohlbefinden sehr gut. Die Wünsche und Anregungen, die bei der Fragerunde am Ende des Abends aufgekommen sind, nahm die Stadträtin gerne entgegen. Für einen detaillierten Überblick wird die Präsentation der Auswertung auf der Website der Stadt aufgeschaltet.

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