Strom in Lenzburg etwas teurer, aber sicherer
Weil die SWL Energie AG relativ viele Industrieunternehmen versorgt, sind hier die Stromkosten etwas höher.

In einer Zusammenstellung in der «AZ Aargauer Zeitung» im November wurde aufgezeigt, dass die Stromkonsumenten in Lenzburg mehr bezahlen müssen als in den meisten umliegenden Gemeinden. Pro Jahr kann die Differenz bei einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunden rund 100 Franken ausmachen.
Gemäss Markus Blättler, Geschäftsführer der SWL Energie AG, habe dieser Zeitungsartikel «viele Anfragen von Konsumenten» ausgelöst. Blättler stellt die Zahlen nicht infrage, verweist aber auf die speziellen Rahmenbedingungen: «Die Netzkosten der verschiedenen Gemeinden lassen sich nur bedingt vergleichen, weil die Stromnetze unterschiedlich aufgebaut sind.» Dazu muss man wissen, dass die Kosten der Netznutzung bei der Berechnung des Strompreises etwa die Hälfte ausmachen. Die reinen Energiekosten (in Lenzburg alles zertifizierte Wasserkraft), die Abgaben an Gemeinwesen und die vom Bund fixierten Förderabgaben teilen sich die andere Hälfte.
Die Netzkosten sind in Lenzburg höher, weil hier «deutlich mehr Industrie- und Gewerbeunternehmen» zu beliefern sind. Hier sind die Anforderungen bedeutend höher als bei Elektrizitätswerken, die fast ausschliesslich Privathaushalte bedienen können.
Für die etwas höheren Kosten erhalten die SWL-Kunden eine höhere Versorgungssicherheit. In Lenzburg sind laut Blättler die meisten Quartiere von mindestens zwei Seiten her erschlossen, was allfällige Ausfälle schnell überbrücken hilft. Hier gibt es Betriebe, bei denen schon 10-sekündige Stromausfälle Schäden von einer halben Millionen Franken auslösen können. Da sind Investitionen in die sichere Versorgung angebracht.



