Small Talk: Fritz Huser und die grosse Kunst des kleinen Gesprächs

«Small Talk gehört zu jedem fröhlichen Abend in Gesellschaft», heisst es bei der Volkshochschule Lenzburg, welche im März den Kurs «Small Talk – Die grosse Kunst der kleinen Gespräche» anbietet. Unter Leitung von Philosoph und Kunstmaler Fritz Huser können Teilnehmer das Thema erforschen.

Gesprächsstoff liefern: Karte mit Fritz Huser zu seinem Kurs Small Talk an der Volkshochschule Lenzburg. Foto: zvg
Gesprächsstoff liefern: Karte mit Fritz Huser zu seinem Kurs Small Talk an der Volkshochschule Lenzburg. Foto: zvg

Gekonntes Plaudern ist zwar längst nicht allen angeboren, aber lernbar», sagt Fritz Huser. Und manchmal wird dann aus dem kleinen Gespräch ein tiefgründiger Austausch. Small Talk muss also nicht belanglos sein. «Er kann im Gegenteil zu gelungenen Freundschaften und ab und zu sogar zu glücklichen Ehen führen.»

Das Interview mit Fritz Huser fand in seinem Atelier im Lenzburger Müllerhaus statt.

Warum geben Sie als Kunstmaler ein Seminar über Small Talk?

Fritz Huser: Leute sagen mir immer wieder, dass ich das gut kann. Ich glaube, das ist, weil ich es wichtig finde. Für mich war Small Talk schon immer so etwas wie ein Türöffner, der ein vertieftes Gespräch überhaupt erst möglich macht.

 

In der Gesellschaft ist ja Small Talk oft verpönt. Manche sagen sogar, sie hassen ihn. Warum?

Viele meinen, es gehe dabei um nichts. Aber ich sehe das ganz anders. Auch ein leichtes, heiteres Gespräch schafft Verbindungen zwischen Menschen und verbreitet eine gute Atmosphäre. Sehr oft kann etwas Kleines, zufällig Erwähntes der Auslöser sein für die Entdeckung gemeinsamer Interessen und überraschender Verbindungen.

Wie wichtig ist für Sie dabei Humor?

Humor steht bei mir ganz oben auf der Liste. Es ist wunderbar, wenn man sich gegenseitig zum Lachen bringen kann. Wenn beide dafür offen sind und schlagfertig am Pingpong teilnehmen, entsteht ein schöner, heiterer Austausch.

Kann man Small Talk lernen? Was macht man denn genau in Ihrem Workshop?

Wir werden im Workshop verschiedene Aspekte des Small Talks beleuchten. Was macht guten Small Talk aus, zum Beispiel, welche Elemente sind dabei wichtig, wie kann man peinliche Pausen überbrücken und so weiter. Ich werde viele Tipps geben, die so ein Gespräch erleichtern können. Aber zuletzt gilt auch: Übung macht den Meister. Der Workshop bietet die Möglichkeit zum Üben, und ich versuche alle aufkommenden Fragen zu beantworten.

Welche Eigenschaften muss man haben, um mit Small Talk erfolgreich zu parlieren?

Ich denke, man muss sich für die Menschen interessieren. Wenn man gute Fragen stellt, entsteht viel eher ein angeregtes Gespräch. Dann hat jeder seinen Einsatz und das Gespräch kann sich vertiefen. Damit das alles passieren kann, muss man offen, neugierig, präsent und empfänglich sein.

Gibt es so etwas wie einen Knigge für guten Small Talk?

Es ist wichtig. dass man niemanden langweilt, immer anständig bleibt und nie jemanden beleidigt. Dabei darf man aber auch Regeln brechen und etwas frech sein, dies gibt dem Gespräch den Pfeffer. Für mich ist es eine Lebensweise, in alltäglichen Situationen zu einem kurzen Gespräch mit den Menschen bereit zu sein, die wir gerade treffen. So entstehen viele überraschende Erlebnisse, die auch anderen Freude bereiten. Manchmal sind es auch nur sehr kurze Episoden, aus denen unvergessliche Momente werden, die uns beglücken und die Lebensqualität erhöhen.

Für das Wort Small Talk gibt es eigentlich keine deutsche Übersetzung. Ist das, weil wir im deutschsprachigen Raum weniger Wert auf diese Kunst legen? Brauchen wir deswegen Seminare darüber?

Sicherlich ist Small Talk in einigen anderen Kulturen besser integriert, zum Beispiel in England oder in Italien. Aber jeder Mensch macht es auf seine eigene Art. Alle erzählen gerne Geschichten und tauschen sich aus. Alle versuchen, so einander näher zu kommen. Und jede Kunst muss man üben, um sich darin zu verbessern. Deswegen empfehle ich, ein eigenes Repertoire für Small Talk zu entwickeln. Je gewandter wir darin werden, desto weniger Langeweile wird es geben. Das ist dann auch gut für die Gesellschaft, sogar sehr gut.

Volkshochschule Lenzburg, 14. und 21. März, 19.30 bis 21.30 Uhr. Anmeldung: www.vhlenzburg.ch oder 0796566187.

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