Skelette der ältesten Lenzburger wieder daheim
Museum Burghalde Mit einem aufwändigen Transport erhielt das Museum Burghalde, das im Herbst neu eröffnet wird, zwei Steinkistengräber aus der Jungsteinzeit.
Sie bilden eine der wichtigsten Attraktionen im vollständig neu gestalteten Museum Burghalde: zwei gut 6200 Jahre alte Kollektivgräber, die in den späten 1950er-Jahren ganz in der Nähe, zwischen Schloss und Goffersberg, gefunden wurden.
Die beiden jungsteinzeitlichen Gräber mit den Gebeinen von einmal sechs und einmal neun Personen wurden nach ihrer umfangreichen Restauration letzte Woche von einer auf Kunsttransporte spezialisierten Firma nach Lenzburg geliefert.
Wertvolle Leihgaben
In millimetergenauer Präzisionsarbeit wurden die auf Steinplatten liegenden, empfindlichen Skelett-Beigen in die vorbereitete Versenkung platziert. Die Spezialisten waren sich bei ihren filigranen Manövern mit den Hubwagen und dem Portalkran ihrer Verantwortung durchaus bewusst.
Dies konnte allerdings nicht verhindern, dass dieser Transport die Verantwortlichen, insbesondere Jonas Nyffeler, Kurator Archäologie des Museums Burghalde, einige Nerven kostete. Doch letztendlich ging alles glatt und die zwei Steinkistengräber waren unversehrt in den vorgesehenen Vertiefungen im Museumsboden verankert, wo sie ab Ende September unter Glas besichtigt werden können.
Damit werden die Überreste der ältesten Bewohner von Lenzburg eine Zusatzattraktion der neuen Ausstellung. «Diese Kollektivgräber sind eine äusserst wertvolle Ergänzung zu unserer Grabanlage mit Einzelgräbern», hält Christine von Arx, die Leiterin des Museums Burghalde, fest. Die beiden neuen Massengräber sind rund 600 Jahre älter als die Skelette in den Einzelkammern.
Juristisch sind die beiden Kollektivgräber Leihgaben der Aargauer Kantonsarchäologie und des Schweizerischen Nationalmuseums, das vor rund 60 Jahren – damals noch als Landesmuseum – die Ausgrabungen am Goffersberg durchführte.
Siedlungsort unbekannt
Nun sind also die Ur-Lenzburger künftig wenige hundert Meter neben dem Fundort ihrer Gräber zu besichtigen. Gemäss Christine von Arx bilden diese Ausstellungsstücke «auch im europäischen Raum eine Seltenheit». Ein Geheimnis nahmen die 6200-jährigen Lenzburger mit ins Grab und konnten auch die besten Restauratoren bislang nicht lüften: «Die Siedlung, wo sie gelebt haben, hat man noch nicht gefunden», so die Museumsleiterin.
Neuer Auftritt zur Neu-Eröffnung
Logo Das Museum Burghalde wird nach dem Komplettumbau am 29. September wieder eröffnet. Aus diesem Anlass hat sich die Institution einen neuen optischen Auftritt gegeben. «Das Corporate Design wurde überarbeitet und ein neues Logo ist entstanden. Es soll ansprechend und einladend wirken», steht dazu in einer Medieninformation. Neben dem in Kleinbuchstaben gehaltenen Schriftzug besteht das Logo aus einem farbigen Kreis, der sich ans Stadtwappen anlehnen soll. Darin integriert ist ein um 90 Grad gedrehter Buchstabe M, der damit auch zu einem B wird. Diese Initialen stehen für Museum Burghalde. Als Farbe wurde statt Blau die Farbe Korallenrot gewählt. (tf)







