«Sich Zeit nehmen für die Zeit, als der Wohlstand begann»

Industriegeschichte In der mittlerweile leerstehenden Lenzburger Bleiche fand die offizielle Eröffnung des Projekts #ZeitsprungIndustrie statt. Mehr als ein Jahr will der Kanton die Industriekultur thematisieren.

<em>Pflege der Zeitzeugen der Industriegeschichte:</em> Zur Eröffnung des Projekts #ZeitsprungIndustrie präsentierten Architekt André Meier und Stadtrat Martin Stücheli in der Bleiche das Projekt zur Reaktivierung des Wasserrads (im Hintergrund d
<em>Pflege der Zeitzeugen der Industriegeschichte:</em> Zur Eröffnung des Projekts #ZeitsprungIndustrie präsentierten Architekt André Meier und Stadtrat Martin Stücheli in der Bleiche das Projekt zur Reaktivierung des Wasserrads (im Hintergrund das grosse Zahnrad). Foto: Fritz Thut

In Lenzburg – «Wo denn sonst?», fragten viele örtliche Teilnehmer – startete der Kanton das Themenjahr #ZeitsprungIndustrie, das in den nächsten Monaten über 100 vielfältige Veranstaltungen zum Thema Aargauer Industriekultur umfasst.

Für Thomas Pauli, den Abteilungsleiter Kultur im Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS), ist das Thema «gerade in Zeiten allgegenwärtiger Innovation sehr wichtig». Mit dem jetzt gestarteten Projekt habe man nun ein «Zusammenspiel aller Akteure» im Bereich der Industriegeschichte erreicht. So könne man künftig etwa die Industriegeschichte in den Schulen anhand von Beispielen von hier und nicht vom fernen Manchester vermitteln. Das Thema, so wünscht sich der oberste Aargauer Kulturbeamte, soll auch nach dem Jahr 2020 Früchte tragen.

Wie Landammann Urs Hofmann in einer anschliessenden Podiumsdiskussion ausführte, waren im Aargau die Gegenden an Flussläufen im Berner Aargau Pioniere der Industrialisierung: «Das war die Basis einer erfolgreichen Entwicklung.»

«Fortschritt brachte Einschnitte»

Neben Pauli sprach an der Lancierung der Veranstaltungsreihe der Lenzburger Stadtrat Martin Stücheli. In seiner Funktion als Präsident des Vereins Industriekultur am Aabach betonte er die Wichtigkeit, «sich Zeit zu nehmen zur Erinnerung an die Zeit, als alles begann, was uns Wohlstand brachte». Stücheli sprach sich dabei gegen einen verklärenden Blick zurück aus. Er erinnerte daran, dass die Industrialisierung auch in der Region Lenzburg «Höhepunkte und Tiefschläge» mit sich gebracht habe: «Der Fortschritte brachte grosse Einschnitte ins Leben vieler Familien.» Doch der Blick in diese Vergangenheit helfe, «die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu bewältigen».

Als konkretes Beispiel zeigte Stücheli zusammen mit Architekt André Meier im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten die Pläne für die Restaurierung des Wasserrades in der Bleiche.

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