Schüler schnuppern Gastroluft
Anlässlich der stufenüber- greifenden Projektwoche «Res(s)taurant am Mattenweg» erhalten Schülerinnen und Schüler einen realistischen Einblick in den Gastro-Alltag.
Gläser klingen, Besteck klappert, fröhliches Stimmengewirr. Im Saal der Kochschule im Schulhaus am Mattenweg in Lenzburg bewirten Oberstufenschülerinnen und -schüler diese Woche noch bis am Freitag Gäste.
Der Speiseplan des «Res(s)taurants am Mattenweg» darf sich sehen lassen. Die Gäste erwartet ein 4-Gänge-Menü mit oder ohne Fleisch. Das will gut vorbereitet sein. Bereits einen Tag vor Betriebsstart wurde vorgekocht. Kurz vor Beginn, am Dienstag, stieg dann die Nervosität merklich, besonders unter dem Servicepersonal. Für heute haben sich 24 Gäste angemeldet.
Claudia Cassarramone, Lehrperson Hauswirtschaft und Initiantin des Projekts, gibt in der Küche letzte Instruktionen: «Wenn die Suppe an der Reihe ist, müsst ihr nur noch kurz die Rüebli in den Sesammantel tauchen.» Irgendwo klingelt es. «Das Fleisch ist fertig.» Servicefachkraft Flavia deckt sich mit dem ersten Gang ein. Gekonnt balanciert sie einen Teller auf dem Handgelenk, zwei hält sie in den Händen.
«Ein Festessen»
Während in der Küche im Akkord die Teller arrangiert werden, herrscht im Saal gemütliche Stimmung. Die Servicefachkräfte Cristina, Anna, Flavia und Bleona kümmern sich um das Wohl der Gäste.
Bei Anna Regazzoni, 14 Jahre, hat sich die anfängliche Nervosität rasch gelegt. «Der Kontakt mit den Gästen macht Spass», sagt sie. Sie gibt aber zu: «Etwas stressig ist es schon.» Trotzdem könne sie sich die Arbeit eventuell als Nebenjob vorstellen. Ganz anders tönt es bei Gonca Yildiz, 15, die in der Küche gerade hilft, die Teller zu arrangieren. «Die Abläufe sind mir zu hektisch.» Einen Beruf im Gastrogewerbe könne sie sich nicht vorstellen. Sie liebäugelt mit einem Psychologie-Studium. Nichtsdestotrotz sei es «eine lehrreiche Erfahrung».
Auch bei den Gästen kommt das Projekt, insbesondere das Essen mit dem Hauptgang, bestehend aus Maispoularde mit Süsskartoffelpüree und Chimichurri – eine argentinische Sauce mit herbsaurer Note – gut an. Gast und pensionierte Hauswirtschaftslehrerin Yvonne Fauser lobt: Die Schüler haben mit wenig Zutaten etwas Wunderbares gemacht. Alles hat einen Eigengeschmack und auch das Auge kommt nicht zu kurz – ein Festessen.»







