Schönes ist nicht gutes Wetter
Infrastruktur Die SWL Energie AG hat im letzten Jahr deutlich weniger Energie verkauft. Dank hohen Preisen stieg zwar der Umsatz, doch der Gewinn sank um einen Drittel auf 3,46 Millionen.

An der traditionellen Jahresabschluss-Orientierung im Vorfeld der Generalversammlung von dieser Woche sprachen die Verantwortlichen der stadteigenen SWL Energie AG von einem «soliden Ergebnis trotz schwierigem Umfeld».
Geschäftsführer Markus Blättler lieferte den Wetterbericht zu den Jahreszahlen: «Für uns Energieversorger gibt es gutes oder schönes Wetter. 2018 hatten wir kein gutes, sondern schönes Wetter.» Verwaltungsratspräsident Martin Steinmann übersetzte dies wie folgt: «Es war drei Monate viel zu warm.»
So ist nicht erstaunlich, dass das Total der gelieferten oder transportierten Energie im Berichtsjahr um 1,82 Prozent auf 382,4 Gigawattstunden abnahm. Besonders ins Gewicht fiel der Rückgang bei der Fernwärme (minus 15,3 Prozent). Die Elektrizität (plus 1 Prozent) konnte den Rückgang beim Erdgas (minus 2,1 Prozent) nicht auffangen.
Nur ein blaues Auge
Wegen der höheren Marktpreise konnte die SWL ihren Betriebsertrag zwar um 1,5 Prozent auf 54,74 Millionen Franken steigern, doch der Druck auf die Margen liess den Betriebsgewinn um rund einen Drittel einbrechen. Das Unternehmensergebnis sank von 4,29 auf 2,94 Millionen, also ebenfalls um über 30 Prozent.
Mit einem Seitenblick relativiert Geschäftsführer Blättler die geschrumpften Gewinnzahlen: «Verglichen mit andern Energieversorgern sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.»
Mit einer weiter akzentuierten Unternehmensstrategie will man bei der SWL neben dem traditionellen Energiegeschäft das Dienstleistungsgeschäft weiter fördern. Im Telematikbereich setzt man dabei auf Glasfaserverbindungen bis in jeden Haushalt; diese Technik hat eine geringere Strahlenproblematik als das aktuell viel gelobte 5G-System. Bis Ende Jahr soll die entsprechende Erschliessung der Stadt (mit Ausnahme des Altstadtkerns) weitgehend abgeschlossen sein.
Beim Elektroinstallationsbereich spürte man – nicht zuletzt weil verschiedene Grossbaustellen wie etwa die Coop-Verteilzentrale in Schafisheim abgeschlossen sind – einen «erhöhten Mitbewerberdruck». Hier wurde im Berichtsjahr mit der Boniswiler Signer & Gloor AG erstmals eine Firma übernommen.
Gewinnsprung beim Wasser
Was für das Wärmegeschäft schlecht ist, bietet andernorts Vorteile. Die SWL Wasser AG verkaufte 2018 mit 3,23 Milliarden Litern Wasser fast 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Ertrag stieg um 6,1 Prozent auf 3,27 Millionen Franken, der Betriebsgewinn verdreifachte sich auf 670000 Franken.



