Schlossgeischt-Schränzer als Botschafter für Land und Stadt

Guggenmusik Grosse Ehre für die Schlossgeischt-Schränzer: Die Lenzburger Guggenmusikformation vertritt die Schweiz im September am Schanghai-Tourismus-Festival. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

<em>Training für den Auftritt in Schanghai:</em> Die Lenzburger Schlossgeischt-Schränzer proben den Einmarsch ins Stadion. Foto: Fritz Thut
<em>Training für den Auftritt in Schanghai:</em> Die Lenzburger Schlossgeischt-Schränzer proben den Einmarsch ins Stadion. Foto: Fritz Thut

Emsiges Treiben beim Lenzburger Zeughaus. In fantasievolle Gewänder gekleidete Personen formieren sich auf dem Vorplatz und erzeugen alsbald ihre schaurig-schönen kakofonischen Klänge. Mitten im Sommer, wenn die Sonne die ohnehin schon wärmenden Kostüme und die darin steckenden Musikanten zusätzlich aufheizt, proben die Mitglieder der Schlossgeischt-Schränzer Länzburg (SGSL) in voller Montur.

Der Grund für die Sauna-ähnlichen Trainingseinheiten ist ein bevorstehender Auftritt der örtlichen Guggenmusik. Die Schlossgeischt-Schränzer vertreten die Schweiz im September am Schanghai-Tourismus-Festival. In der chinesischen Metropole geniesst dieser Anlass einen besonderen Stellenwert und den Lenzburgern bietet sich die einmalige Chance, sich bei der live im Fernsehen übertragenen Parade während einiger Minuten potenziell 200 Millionen Zuschauern zu präsentieren.

In Garmisch «entdeckt»

«Das Ganze ist natürlich eine grosse Ehre für uns», hält Urs Welti fest. Er ist SGSL-Ehrenpräsident und steht dem eigens eingesetzten OK, das die China-Tournee plant, vor. Die chinesischen Organisatoren wurden vor eineinhalb Jahren auf die Schlossgeischt-Schränzer aufmerksam, als diese an den Weltcup-Skirennen im deutschen Garmisch aufspielten. Angetan hatte den Beobachtern das stilisierte Schweizer Folklore-Kostüm mit Knickerbockern, Armee-Wolldecken-Gilets und vielen, vielen Edelweissen.

«Wenige Tage danach erhielten wir ein Mail aus Schanghai», erinnert sich Welti. Die Zusage für dieses Abenteuer erfolgte nicht spontan. «Zuerst waren die Mitglieder eher ablehnend, doch als man bei andern Schweizer Gruppen, die schon dabei waren, Referenzen einholte, wendete sich das Blatt», so Tourneeplaner Welti.

Erfolgreiche Sammelaktion

Seither gab es viel zu erledigen. Man wolle eine «gute Falle» machen und deshalb war eine Mindest-Teilnehmerzahl nötig. Schliesslich konnten 47 Personen begeistert werden. Neben aktuellen Aktiv-Mitgliedern sind etliche Ehemalige dabei, die ihr Instrument für dieses spezielle Erlebnis wieder vom Estrich holten.

«Alle müssen etwas beitragen», sagt Welti und meint damit in erster Linie, dass alle Reiseteilnehmer in irgendeiner Funktion aktiv mitmachen müssen, aber auch ein Beitrag an die persönlichen Kosten der Reise vom 12. bis 22. September muss geleistet werden.

Für die Finanzierung des Transports der teilweise voluminösen Instrumente wurde über die regionale Crowdfunding-Plattform www.ideenkicker.ch eine Sammelaktion gestartet, die erfolgreich abgeschlossen wurde.

So steht der Reise der 47 Guggenmusikanten im Alter von 18 bis 65 Jahren nichts mehr im Weg. Die Visa sind eingetroffen, das Programm steht. In Schanghai folgt nach dem Festival-Auftritt am Samstag tags darauf ein Besuch auf dem Schweizer Konsulat. Danach gehts weiter Richtung Hauptstadt Peking, von wo aus ein Abstecher auf die Chinesische Mauer ansteht.

Die Organisatoren des Tourismus-Festivals kümmern sich rührend um die Gäste aus der Schweiz oder genauer der Region Lenzburg. Und hier erfüllt die Rolle, Land und Stadt zu vertreten, die Verantwortlichen mit Stolz. «Bisher waren vor allem Guggenmusiken aus Hochburgen wie Luzern berücksichtigt worden. Dass nun wir aus einem reformierten Gebiet dabei sind, ist schon speziell», so Organisator Urs Welti.

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