Salzkorn: Softeis

Peter Buri
Peter Buri

Zum Klimawandel gibt es harte Fakten und eher weichere Faktoren. Zu letzteren gehört natur(eis)gemäss, dass der Kreis der Lenzburger, die noch nie auf dem Fünfweiher «schlöflen» konnten, immer grösser wird. Letztmals konnte die idyllische Natureisbahn im Februar 2012 für ein paar Tage behördlich freigegeben werden. Zwar überzog seither ab und zu zur Winterszeit eine dünne Eisschicht den Waldweiher, zu den für eine offizielle Freigabe notwendigen 15 Zentimeter reichte es aber bei weitem nicht. Geschweige denn für die Durchführung des legendären Fünfweiher-Eishockeycups, der letztmals 2002 ausgetragen werden konnte.

Anders vor 50 Jahren: In den 70er-Jahren war das in der Rathausgasse ausgehängte Schild «Fünfweiher fahrbar» ein Fixpunkt im Lenzburger Wintersportkalender. Und in den 50er-Jahren dauerten die Eiszeiten regelmässig so lange an, dass in Lenzburg sogar ein Eishockeyclub existieren konnte – der HC Mammut. Er nutzte den Fünfweiher und eine Spritzeisfläche auf dem Tennisplatz als Heimstadion. Aber auch bei Tauwetter beziehungsweise Softeis wusste man sich zu helfen: In der alten Reithalle wurde für eisnahes Schusstraining ein mit Schmierseife behandeltes Brett auf den Torfmull gelegt.

Diese Kunst- oder Trockeneisidee der Mammuts feiert nun Renaissance – auf Hightech-Basis. Möriken-Wildegg realisiert im Februar eine Kunst(stoff)eisbahn, und in Niederlenz gibt’s in einer Industriehalle eine 300 Quadratmeter grosse Kunsteisbahn Lenzburg («Green-Ice-Skating») mit angegliederter Hockeyschule.

Diese innovativen Angebote führen sogar zur Wiedergründung eines Eishockey-Clubs Lenzburg, der ab Saison 2023/2024 mit einem 4.-Liga- und einem Nachwuchsteam Meisterschaft spielen will. Nun fehlt nur noch eine Kunstschneeloipe in der Mehrzweckhalle, eine Mattenschanze am Schlossberg oder eine Gras-Skipiste am Gofi, damit sich Lenzburg als Wintersportort im Zeichen des Klimawandels positionieren kann.

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