Salzkorn: Höchste Eisenbahn

Peter Buri
Peter Buri

Anfang April 2022 bestätigte die Grossratsbotschaft «Sammelvorlage für Verpflichtungskredite und Nachtragskredite 2022, I. Teil», dass die SBB die zweite Personenunterführung beim Neubau Bahnhof Lenzburg nicht alleine berappen wollen, sondern auch Kanton und Stadt Lenzburg zur Kasse bitten. Quasi als Nebeneffekt wurden mit der Vorlage erstmals in einem amtlich-verbindlichen Dokument auch Eckpfeiler des Megaprojekts öffentlich statuiert. Eines Jahrhundertbauwerkes, welches für die Stadtentwicklung mindestens so bedeutungsvolle Weichenstellungen mit sich bringt wie die etwas aufs Nebengleis geratene neue BNO.

Zu den offenbar unverrückbaren (Planungs-)Tatsachen des neuen, über 230 Millionen Franken teuren Bahnhofes gehört, dass der Seetaler künftig nicht nur eine Strassenniveauebene queren wird, sondern zwei (Klammerbemerkung: Andernorts werden Millionen investiert, um solche Übergänge zu beseitigen). Ende April wurden dann an einer Orientierung für den Einwohnerrat weitere Informationsbruchstücke öffentlich gemacht: Bushof, Tiefgarage (260 Plätze), Velostationen (1800 Plätze) oder Parkareal «Grüne Pause» sowie «Neue städtebauliche Identität» durch Läden, Büros, Wohnungen, Bildungsangebote, Gastronomie und Hotellerie.

Die baulichen Vorarbeiten für den neuen Bahnhof sollen bereits im Sommer 2023 beginnen. Umso wichtiger beziehungsweise höchste Eisenbahn, dass die Lenzburger nun innert nützlicher Frist die Informationsbruchstücke zu einem Gesamtbild zusammensetzen und sich zumindest zu den Stadtentwicklungsaspekten einbringen können. Auf der offiziellen städtischen Bahnhofneubau-Webseite www.anschluss-lenzburg.ch datiert der Stand des Planungsprozesses vom 15. Februar 2021. Die FDP Lenzburg hat das Vakuum beziehungsweise Informations- und Diskussionsbedürfnis der Bevölkerung erkannt und führt am 9. Juni einen Bahnhofs-Informationsabend durch – unter dem Titel Stadtpalaver.

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