Rückkehr nach dem «Betriebsunfall»
Handball-Spielgemeinschaft Problemlos erreichte das 2.-Liga-Fanionteam der Handball-Spielgemeinschaft Lenzburg sein Saisonziel. Der Klassenerhalt war nie in ernsthafter Gefahr. Die Vereinspräsidentin sieht das Team auf einem vielversprechenden Weg. Und: Der Topskorer bleibt.

Mit einem 32:20-Auswärtssieg gegen Biberist beendeten die Lenzburger Handballer am vergangenen Wochenende die Meisterschaft. Das Resultat der Derniere ist sekundär, der Verbleib in der 2. Liga stand für den letztjährigen Aufsteiger bereits seit geraumer Zeit fest. Weil sich Mannschaften im Hinblick auf die kommende Saison zurückgezogen haben, müssen nun weniger Teams als ursprünglich geplant gegen den Abstieg kämpfen. «Das kam uns definitiv entgegen», so Lenzburgs Coach Nico Baumann. «So wussten wir schon frühzeitig, dass wir auch in der nächsten Saison oben spielen werden.»
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die HSG Lenzburg die Saison 2018/19 in ihrer 12er-Gruppe auf dem 9. Platz abgeschlossen hat. Mit 17 Punkten aus 22 Partien und einem Torverhältnis von 569:629.
«Ich bin absolut zufrieden mit dem Verlauf der Saison», resümiert Vereinspräsidentin Linda Kleiner. Sie sehe in der Mannschaft ein grosses Potenzial für die Zukunft. «Wir haben eine gute Mischung von jungen und bestandenen Spielern im Team.» Einer ebendieser Jungen ist Mattia Brennwald. Der erst 16-jährige Jungspund spielte in der abgelaufenen Saison 15-mal für das Fanionteam und erzielte 13 Tore.
Der Trainer wieder als Spieler
Vor zwei Jahren war die Stimmungslage in der 1990 aus den Vereinen STV und Satus hervorgegangenen HSG Lenzburg eine gänzlich andere. Im Frühling 2017 stieg das Fanionteam nach 15 Jahren aus der 2. Liga ab. Der Schreck fuhr allen in die Glieder. Doch der Wille, den «Betriebsunfall» auszubügeln, war sofort da. Die Rechnung ging auf – direkte Rückkehr ins Oberhaus. Mit Nico Baumann übernahm nach dem Aufstieg ein Spieler des Teams das Coaching, unterstützt von Roman Hintermann. Auf die kommende Saison zeichnet sich indes bereits wieder eine Änderung im Coaching-Staff ab. «Es reizt mich, nochmals selber zu spielen», sagt Baumann. Er denke, dass es ihm für die 1. Mannschaft reichen werde, meint er. «Aber ob ich es tatsächlich ins 2.-Liga-Kader schaffen werde, muss der neue Coach entscheiden», schiebt er schmunzelnd nach. Wer dieser neue starke Mann an der Seitenlinie sein wird, ist noch offen. «Ich bin mit verschiedenen Leuten im Gespräch», sagt Vizepräsident Tobias Buri. Zu einer Einigung ist man jedoch bis dato noch nicht gekommen. Was hingegen schon klar ist: Teamstütze und Topskorer Stefan Burgherr wird auch in der kommenden Spielzeit mit einer Doppellizenz zwischen Erstligist Wohlen und Lenzburg switchen. Der 20-jährige Rückraumspieler traf in der abgelaufenen Saison sagenhafte 157-mal und erzielte damit knapp sieben Treffer pro Partie.
«Dass Stefan auch nächste Saison für uns spielen wird, freut mich natürlich sehr», sagt Buri. Der Verbleib von Burgherr nährt die Hoffnungen der Lenzburger, dass auch das «verflixte zweite Jahr» nach dem Wiederaufstieg erfolgreich gestaltet werden kann.



