Rieseninteresse für den «verlorenen Sohn»

Lesung 34 Jahre nachdem er als 15-Jähriger mit seiner Familie in deren Heimat Sizilien gereist war, kehrte Concetto Vecchio für eine Lesung in jene Region zurück, in der er aufgewachsen war: Das Interesse für den «verlorenen Sohn» war überwältigend.
Das Pfarreizentrum der katholischen Kirche Lenzburg drohte aus allen Nähten zu platzen; immer mehr Stühle wurden herangeschleppt; rund 300 Personen lauschten den Ausführungen von Vecchio, der – auf Italienisch – aus seinem Buch «Cacciateli!» vorlas und dessen Entstehungsgeschichte schilderte (vgl. Ausgabe von letzter Woche). Unter dem Titel «Jagt sie weg! Die Schwarzenbach-Initiative und die italienischen Migranten» erscheint das Buch, das in Italien zum Bestseller avancierte, im April 2020 auf Deutsch.
Vecchio schildert im Buch, wie die Italiener im letzten Jahrhundert in der Schweiz in der gleichen Rolle waren wie die Schiffsflüchtlinge heute in Italien. Er hebt dabei nicht besserwisserisch den Mahnfinger, sondern handelt das eigentlich ernste Thema anhand der eigenen Familiengeschichte mit viel Witz ab.
Spontane Lacher und lang anhaltender Applaus am Ende der Lesung zeigten, dass der in Rom als Politjournalist tätige Concetto Vecchio den Nerv der Zuhörer getroffen hatte. (tf)



