Porzellanmalen: Hobby, das nie verleidet
Charlotte Graf unterhält am Sandweg in Lenzburg ein Porzellan-Malatelier. Am Wochenende zeigt sie mit Schülerinnen im Burghaldenhaus einen Querschnitt von Arbeiten mit Schwergewicht «modernes Design».
Die Leinwand ist hier nicht zwingend flach und zudem zerbrechlich. Das Material Porzellan verlangt spezielle Techniken, wenn man es mit Pinsel und Farbe verzieren will. «Es ist faszinierend, ein Stück Porzellan zu verwandeln, zu veredeln. Etwas mit Stil herzustellen, das die Sinne erfreut.» So umschreibt Charlotte Graf ihre Motivation für das Porzellanmalen.
Graf betreibt an der Sandgasse in Lenzburg ein Atelier und leitet hier Schülerinnen an und gibt so ihr breites Wissen weiter. Sie selbst kam indirekt durch ihre Lehre bei der Hero zu ihrer Passion. Sie durfte mithelfen, die Lebensmittel für Fotos zu präsentieren. Daraus entwickelte sich die Liebe für schöne Gedecke. «Zudem esse, zeichne und male ich seit jeher gerne», so Charlotte Graf.
All diese Präferenzen trafen sich beim Porzellanmalen. Die eigene Gestaltung von Essgeschirr und Kunstgegenständen lernte sie durch den Besuch von zahlreichen Kursen. Schon nach wenigen Jahren stellten sich Erfolge ein: Bei internationalen Wettbewerben setzte sie die Landestradition fort und brillierte mit guten Platzierungen und Siegen.
Stets bildet sich die Atelier-Leiterin weiter und macht sich auch mit immer neuen Techniken wie etwa Goldeinsatz, Relief oder Nassmalerei vertraut. Inzwischen gibt sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in Kursen weiter. Konzentriertes Arbeiten dominiert am Sandweg während des gemeinsamen Malens. «Es ist ein Hobby, das einem nie verleidet», ist Charlotte Graf überzeugt. Und die Frauen in der Runde nicken.
Unikate im Burghaldenhaus
Obwohl Porzellanmaler hierzulande, anders als in Hochburgen wie China, Deutschland oder England, kein Beruf ist, ist der Standard in der Schweiz sehr hoch. Vielleicht weil man hier aktuellen Trends offener begegnet als in Traditionsorten.
Porzellanmalen ist für Charlotte Graf und viele ihrer Schülerinnen viel mehr als das Bemalen eines Tellers mit Allerweltsmotiven. Mit einer Ausstellung im Burghaldenhaus an diesem Wochenende (Samstag von 10 bis 18 Uhr, Sonntag von 10 bis 16 Uhr) will Graf der Öffentlichkeit einen Querschnitt durch das moderne Design der Porzellan-Malerei präsentieren. Gezeigt werden Objekte und Unikate. «Unsere Arbeiten haben nichts, aber auch gar nichts Verstaubtes an sich», so die Atelier-Betreiberin. Der Kreativität sind bei diesem Zeitvertreib kaum Grenzen gesetzt; stets gibt es neue Techniken und Trends. Ergebnis ist stets schönes Porzellan «mit einer Ethik von hohem Standard», so Graf.
Graf selbst liebt heute kombinierte Techniken und als Motive Blumen, auch abstrahierte. Noch in diesem Jahr soll ein Buch mit den Arbeiten der letzten Jahre erscheinen. «Dies wird eines meiner Lebenswerke.»







