Politik zum Anfassen: Streitgespräch an der Berufsschule

Das Streitgespräch motivierte zum Abstimmen.Foto: zvg
Das Streitgespräch motivierte zum Abstimmen.Foto: zvg

Am vergangenen Donnerstag fand in der Berufsschule Lenzburg ein Streitgespräch zum Thema E-ID statt. Die Lernenden erlebten hautnah, wie politische Debatten geführt werden. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein Discuss it, der sich dafür einsetzt, junge Menschen für politische Teilhabe zu begeistern.

«Politik geht uns alle etwas an, sie bestimmt viele Aspekte unseres Lebens, und gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir als junge Bürgerinnen und Bürger mitreden», betonte Arnaud Jongbloed zu Beginn der Veranstaltung. Nach einem kurzen Input durch den Moderator entwickelte sich rasch eine lebhafte Debatte: Auf dem Podium standen sich Stefanie Köpfli, Grossrätin der SVP, und Beat Obrist von den Jungfreisinnigen gegenüber. Der Schlagabtausch war engagiert, blieb aber stets fair. Die Jugendlichen wurden aktiv in die Diskussion einbezogen. So fragte eine Schülerin kritisch: «Ist es nicht unsicher, eine E-ID zu haben? Sind meine Daten dann nicht einfacher zu stehlen?» Köpfli pflichtete ihr bei und erklärte, dies sei einer der Gründe, weshalb sie gegen die Vorlage stimme. Obrist hielt dagegen und betonte, ein Datenraub sei durch die E-ID höchst unwahrscheinlich.

Auch nach der offiziellen Diskussion blieben viele Lernende im Saal, stellten weitere Fragen und nutzten die Gelegenheit, persönlich mit den Podiumsgästen ins Gespräch zu kommen. Genau dieser Austausch ist eines der Ziele von «Discuss it»: Der Verein organisiert jährlich rund 200 Veranstaltungen an Berufs- und Kantonsschulen in der Deutsch- und der Westschweiz. So sollen Jugendliche ermutigt werden, sich mit Politik auseinanderzusetzen – und letztlich auch an Abstimmungen und Wahlen teilzunehmen. An der Berufsschule Lenzburg finden regelmässig solche Events statt.

Dass das Bedürfnis bei den Jugendlichen vorhanden ist, zeigte sich deutlich. «Es war spannend, die Politikerin und den Politiker diskutieren zu sehen. So etwas habe ich noch nie erlebt – schade, dass es nicht öfter stattfindet», meinte ein BMS-Absolvent. Für ihn blieb die Debatte nicht ohne Folgen: «Ich weiss jetzt, wie ich abstimmen werde – Beat Obrist hat mich echt überzeugt.»

Zum Abschluss des Abends stimmten die Lernenden über die E-ID ab und wurden ein letztes Mal ermutigt, ihre Stimme auch am Sonntag an der Urne abzugeben.

(Meret Martin)

Weitere Artikel zu «Stadt Lenzburg», die sie interessieren könnten

Erbauer der NanoCubes Markus Dürrenberger baute die fünf Säulen in seiner eigenen Werkstatt zuhause.Foto: zvg
Stadt Lenzburg13.05.2026

Burghalde erweitert Angebot in Zusammenarbeit mit dem Swiss Nanoscience Institute der Uni Basel

Museum Das Museum Burghalde erweitert sein Angebot mit der neuen Spur «NanoCube», die Einblicke in die Nanotechnologie gibt. An fünf Stationen lassen sich…

Marcel Mattenberger,Leiter des Projekts LIFT Lenzburg.Foto: zvg
Stadt Lenzburg13.05.2026

Gute Voraussetzungen erleichtern die Berufswahl

LIFT Am 6. Mai konnten 24 Schülerinnen und Schüler der Heilpädagogischen Schule Lenzburg, der Rudolf-Steiner-Sonderschule und der Oberstufen Lenzburg und…
Der Lenzburger Einwohnerrat tagte an der dritten Sitzung 2026 erneut im Lenzhard. Besonders drei Traktanden standen im Fokus.Foto: rfb
Stadt Lenzburg13.05.2026

Von Containern und Sanierungen: Das war die Mai-Sitzung des Einwohnerrates

Einwohnerrat Am 7. Mai trafen sich Stadt- und Einwohnerräte zur 3. Sitzung des Jahres. Primär ging es um Schulraumplanung und zwei Strassenprojekte.