Poesiekabine bietet «Hundertfüfzg Johr Sophie Haemmerli-Marti» auf einem Quadratmeter
Am Sonntag, exakt 150 Jahre nach der Geburt der Mundartdichterin, starten die Jubiläumsveranstaltungen zu Sophie Haemmerli-Marti. Mittendrin eine umgebaute Telefonkabine.
Die im vorletzten und letzten Jahrhundert in der Region lebende Schriftstellerin wird in diesem Jahr mit einer Fülle von speziellen Anlässen gefeiert. Den Auftakt zu «Hundertfüfzg Johr Sophie Haemmerli-Marti» macht am nächsten Sonntag die Eröffnungsfeier in Lenzburg.
Wer sich ausserhalb der 14 offiziellen Veranstaltungen über Leben und Wirken der bekannten Mundartdichterin informieren will, sollte einen Besuch der Poesiekabine ins Auge fassen. In einer umgebauten Telefonkabine kann man viel Interessantes über die Jubilarin erfahren.
Das Besondere: Die Poesiekabine, die der Öffentlichkeit auf dem Lenzburger Metzgplatz ebenfalls am Sonntag erstmals präsentiert wird, wird während zehn Monaten an zehn verschiedenen Orten in Lenzburg und Othmarsingen aufgestellt; jeweils angekündigt von Lenzburger Tambouren.
Zahlreiche neckische Details
Das von Burghalde-Museumsleiterin Christine von Arx verantwortete Projekt strotzt nur so von neckischen Details. Die Kabine selbst stand in der ehemaligen Lenzburger Post am heutigen Hypiplatz. Zwei Mitgliedern des Burghalde-Stiftungsrates, Präsident Urs F. Meier und Heiner Halder, ist zu verdanken, dass die Kabine nicht entsorgt, sondern archiviert worden ist.
Für die Auferstehung als Poesiekabine wurde sie von Stadtrat und Antikschreiner Martin Stücheli aufgefrischt. In die beiden Seitenwände wurden je drei Vitrinen eingelassen, die jeweils einem bestimmten Aspekt von Leben und Werk von Haemmerli gewidmet sind. Die Staufner Künstlerin Eva Erni sorgt mit filigranen Kunstwerken wie Scherenschnitten für die Bespielung der Minigalerien.
Kinderlieder auf Knopfdruck
Kernstück der Kabine sind jedoch Töne. Mit einem alten, an einer Gant ersteigerten Wahlscheibentelefon kann man verschiedene Nummern anwählen und hört anschliessend Erklärungen zu Sophie Haemmerli-Marti oder Rezitationen von Gedichten. Jeweils die passende Vitrine wird während dieser Zeit beleuchtet.
Für Kinder ist im unteren Teil ein messingfarbenes Klingelbrett angebracht, wo man auf Knopfdruck Lieder wie «Eusi zwöi Chätzli» abspielen lassen kann.
Projektleiterin Jennifer Degen vom Basler «Atelier Degen + Meili», die das Ganze geplant und umgesetzt hat, hat mit ihrem Team zahlreiche, meist elektronisch angesteuerte Finessen eingebaut, die einer Entdeckung durch das Publikum harren. «Es war sicher eine der schwierigsten Aufgabenstellungen auf einem einzigen Quadratmeter», fasst die Baslerin die Komplexität dieser Arbeit zusammen.
Eröffnungsfeier. Sonntag, 18. Februar, 18 Uhr, im Alten Gemeindesaal Lenzburg. Würdigung durch alt Stadtschreiber Christoph Moser, Kinderlieder gesungen durch Schüler aus Lenzburg und Othmarsingen. Anschliessend Apéro.











