Ortsbürger-Rebbauern wählten eine Präsidentin

Die Ortsbürger-Rebbauern-Vereinigung Lenzburg wählte an ihrer Generalversammlung Corin Ballhaus als Nachfolgerin von Hansjörg Salm zur Präsidentin. Damit wird der Verein erstmals von einer Frau geführt.

Novum in der Vereinsgeschichte: Corin Ballhaus darf als erste Präsidentin die Gratulationen von Vorgänger Hansjörg Salm entgegennehmen. Foto Alfred Gassmann
Novum in der Vereinsgeschichte: Corin Ballhaus darf als erste Präsidentin die Gratulationen von Vorgänger Hansjörg Salm entgegennehmen. Foto Alfred Gassmann

Die neue und erste Präsidentin der Lenzburger Rebbauern-Vereinigung heisst Corin Ballhaus. An der 69. Generalversammlung wurde die selbstständige Kommunikationsfachfrau zusammen mit Hans Rodel, Niederlenz, einstimmig in den Vorstand berufen. «Ich trete zurück, darum braucht es jetzt zwei neue», schmunzelte Hansjörg Salm und sorgte für lachende Gesichter.

Corin Ballhaus, im vergangenem November in den Einwohnerrat gewählt, ist in Lenzburg aufgewachsen und erst vor zwei Jahren ins Städtli zurückgekehrt. Sie versprach, mit vollem Elan anzupacken. Kurt Wernli blickte auf die 5-jährige Präsidialzeit von Hansjörg Salm zurück und attestierte ihm mit grossem Dank, viel für die Vereinigung geleistet zu haben. Als Stichworte nannte er die Veränderungen in der Produktevielfalt, im Pflanzenschutz, im Mähen sowie die Suche nach seiner Nachfolge. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit bildete die geplante Rebbergerweiterung am Schlosshang.

Die Natur bügelt die Frostnacht aus

Der Rebbergverantwortliche Werner Volkmar kam selbstredend auf die Frostnacht vom 19./20. April zu sprechen. Wegen der fortgeschrittenen Vegetation wurden grössere Ernteausfälle befürchtet, hinzu kam am 8. Juli ein Hagelwetter.

Erstaunlich: Die Reben erholten sich flott. «Wir durften trotzdem von einem guten Behang reden», führte Volkmar aus. Im Rebberg wurden von den «Räblüüs» 1600 Arbeitsstunden geleistet und 2,8 Tonnen Trauben geerntet. Thomas Lindenmann, Seengen, wird Claudio und Kathrin Hartmann, Schinznach-Dorf, als Kellermeister ersetzen.

Rebbergerweiterung stockt

Vorstandsmitglied Max Werder orientierte über den Plan, am Schlosshang die Rebfläche von 40 Aren auf etwa 80 Aren brutto in Richtung Norden auszudehnen. Die Rebfläche liegt in der Spezialzone Schloss-Gofi. Artikel 16 der Nutzungsordnung schliesst in dieser Zone Terrainveränderungen wie Rebterrassen aus.

Einzelne kantonale Fachstellen verweigern daher eine Zustimmung zur Terrassierung. Ein Gespräch mit ihnen verlief ergebnislos. Der Vorstand steht nun vor der Frage, ob er in Aarau eine Zustimmung erwirken oder die Rechtskraft der revidierten Nutzungsordnung abwarten soll.

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