Operationen an Haut und Haus

Gespräch Bei der 22. Auflage von «Lenzburg persönlich» im Müllerhaus konnten die zahlreichen Zuhörer Christine von Arx und Felix Bertram besser kennen lernen.

Viel Persönliches: Felix Bertram und Christine von Arx waren Gäste bei Gesprächsleiter Tinu Niederhauser. Foto: Fritz Thut
Viel Persönliches: Felix Bertram und Christine von Arx waren Gäste bei Gesprächsleiter Tinu Niederhauser. Foto: Fritz Thut

Die Faszination, am Sonntagmorgen im Kulturhaus Müllerhaus zwei Persönlichkeiten der Stadt im Talk-Format besser kennen lernen zu können, ist ungebremst. Diesmal waren Christine von Arx, die ehemalige Leiterin des Museums Burghalde und aktuelle Saniererin der Villa Sonnenberg, und Felix Bertram, Dermatologe und Gesundheits- und Gastrounternehmer, Gast von Gesprächsleiter Tinu Niederhauser.

Die Gemeinsamkeit der beiden Gäste, Altes zumindest zu erhalten oder gar zu erneuern, bildete einen guten Einstieg. In der Einladung waren beiden Gäste als «Renovationsexperten» angekündigt worden, doch für Schönheitschirurg Bertram, der die Klinik Skinmed leitet, ist Altwerden schön: Eingriffe seien nur nötig, «wenn man das Äussere nicht so empfindet, wie man sich fühlt».

Verschiedene Schichten öffnen

Hier Operationen an der Haut, dort Operationen am Haus. Historikerin Christine von Arx hat schon mit dem Museum Burghalde eine umfassende Haussanierung durchgemacht, doch nun – nach dem «beruflichen Aufstieg um 150 Meter» – ist die Villa Sonnenberg an der Schlossgasse «eine ganz andere Liga». Das Haus, das durch seinen letzten Bewohner, den Multifunktionskünstler Peter Mieg, Bekanntheit errang, hat seine Wurzeln im 17. Jahrhundert. «Es ist faszinierend, die verschiedenen Schichten zu öffnen», so von Arx: «Fast wie eine Operation am offenen Herzen.»

Nach ihrem Rücktritt als Museumsleiterin habe sie «eine neue Herausforderung gesucht», erfuhren die Zuhörer von Christina von Arx. Die Villa Sonnenberg habe sie gekannt und sei nun begeistert, «ihr Potenzial zu entwickeln». Im nächsten Herbst soll das Anwesen als Kultur-Gästehaus eröffnet werden.

Zwei Sterne als Anziehungspunkt

Bei Felix Bertram kam die Sprache natürlich auf die kürzliche Auszeichnung seines Fine-Dining-Restaurants Skin’s mit zwei Michelin-Sternen. Man müsse «die Dinge neu denken», so der Neo-Gastrounternehmer. Er sei sich bewusst, dass das «Skin’s» trotz dem seit der Auszeichnung rekordmässigen Zulauf «nie rentabel» sein werde. Bertram braucht das Restaurant auch, um dem Fachkräftemangel zu begegnen: «Seit den zwei Sternen melden sich rund zwei Ärzte pro Woche, die bei uns in der Lenzburger Klinik arbeiten wollen.»

Ja, auch die Stadt habe zu den zwei Sternen gratuliert, räumte Bertram ein. Er hätte es jedoch lieber gesehen, wenn sich Behörden und Verwaltung früher kulanter gezeigt hätten. Zwei Millionen Franken hätten die aus seinen Augen unnötigen Auflagen gekostet.

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