Nostalgie und Kreuzfeuer

Lesung Am übernächsten Sonntag liest der ehemalige Architekt und langjährige Präsident des Regionalplanungsverbandes Lenzburg-Seetal im Müllerhaus aus seinem Buch «Panzerblut in meinen Adern».

<em>Erinnerungen an den eigenen Militärdienst:</em> Ruedi Baumann mit seinem Buch «Panzerblut in meinen Adern». Foto: Brigitte Widmer
<em>Erinnerungen an den eigenen Militärdienst:</em> Ruedi Baumann mit seinem Buch «Panzerblut in meinen Adern». Foto: Brigitte Widmer

Mit «Panzerblut in meinen Adern» verführt Ruedi Baumann in die Zeit des Kalten Krieges bis zirka 1990. In seinem Buch erzählt er in Form von 32 Kurzgeschichten aus drei Jahrzehnten geleisteter Militärdienste. Lustige, traurige, aber auch sinnsuchende Geschichten aus einer früheren Welt, welche die heutige Zeit in einem anderen Licht darstellen lässt.

Bereits als Kantonsschüler hat Ruedi Baumann Kabaretts geschrieben. Später konzentrierte er sich als Architekt aufs Zeichnen und Entwickeln. Nach der Pensionierung hat er den Faden wieder aufgenommen, in seinem Nostalgiearchiv Ordnung geschafft und seine Geistesblitze notiert.

«Gut» und «böse» klar definiert

Seine Militärzeit verbrachte er in den Jahren 1970 bis 2000. Eine Zeit, welche man politisch etwa als Kalten Krieg kennt. «Gut» und «böse» waren damals, im Gegensatz zu heutigen Problemen wie Terrorismus oder Cyber-Attacken, klar definiert. Heute sei alles viel komplizierter und alleine vom Militär nicht lösbar.

Die Geschichten in «Panzerblut» erzählen vom Mief, aber auch von der Kameradschaft aus der damaligen Zeit. Was dieses knallrote Buch ausmacht, ist das kurze Innehalten beim Lesenden bei berührenden und heiteren Momenten. So wie bei der Geschichte beim Kanonenschiessen auf dem Gurnigel. Immer wieder kam es dort vor, dass sich Touristen einen Deut um militärische Abschrankungen kümmerten und den Weg dennoch passierten.

Kadavergehorsam contra Mut

Die Militärs beschlossen, ihnen ein bisschen Angst einzujagen, um klar festzulegen, wer in diesem Gebiet aktuell die Hoheitsrechte auf seiner Seite hatte. Mit einem gezielten Schuss dreihundert Meter von den Alpinisten entfernt wurde beschlossen, das Zielgelände von den Touristen zu befreien. Mit geschwellter Brust beobachteten die Militärs, wie die Eindringlinge wie Wiesel zurück ins Tal eilten. Eine heute undenkbare Aktion.

Ruedi Baumann weiss, dass Militärdienst Warterei, Krampf oder Widerwillen bedeutet. Er weiss aber auch, dass Militär eine professionelle, Gratis-und-franko-Führungsausbildung bedeuten kann.

Mit seinem Buch will Baumann nicht nur Militärangehörigen Mut machen. Mut, so weit wie möglich selbstständig für eine Sache einzustehen. Aber auch Mut zur Widerrede dann, wenn eine Anordnung falsch ist. Gerade weil es heute immer schwieriger wird, Personen für ein Engagement in politische wie militärische Funktionen zu finden, möchte er mit seinem Werk an eine am «Milizgedanken» interessierte breite Öffentlichkeit gelangen.

«Panzerblut in meinen Adern». Autorenlesung mit Ruedi Baumann. Sonntagsmatinee, 31. März, 11 Uhr im Müllerhaus, Lenzburg.

Weitere Artikel zu «Stadt Lenzburg», die sie interessieren könnten

OK-Präsident René JeanRichard erinnert sich an das Stadtfest 2006.Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.08.2026

Gemeinsame Erinnerungen: 700 + 20 Jahre Stadtfest «lenzburg findet stadt!»

Feier 2006 Jahren feierte Lenzburg 700 Jahre Stadtrecht. Letzte Woche fanden sich ehemalige OK-Mitglieder zu einem ungezwungenen Apéro zusammen.
Monika Altorfer mit Stefanie Jud beim Eröffnungsapéro.Foto: Debora Hugentobler
Stadt Lenzburg26.08.2026

Junge Talente begeistern zum Festivalstart

Unerhört Am 21. August starteten die Musikalischen Begegnungen Lenzburg unter dem Motto «UNERHÖRT». Das Jugend-Sinfonieorchester Aargau nahm das Publikum mit…
Die Gewinnerflasche. Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.08.2026

Erfolgreiche Dernière: Der beste Ortsbürgerwein des Kantons stammt aus Lenzburg

Wein An der 8. Aargauer Ortsbürgerwein-Prämierung setzte sich der «Lenzburger Schlossberg Blanc de Noir 2025» der Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung Lenzburg…