Niederhausers Derniere: Schmunzeln, Lachen und Sinnieren

Müllerhaus Am Sonntag fand eine weitere Ausgabe von «Lenzburg persönlich» statt. Für den Moderator Tinu Nieder­hauser war es zum hörbaren Bedauern vieler Besucherinnen und Besucher die Derniere. Seine letzten Gäste waren die Präsidentin des Gewerbevereins Lea Grossmann und der junge Hausarzt Marc Meili.

Bevor Tinu Niederhauser loslegen konnte, wurde die letzte Ausgabe von «Lenzburg persönlich» von Stiftungsratspräsident Alexander Krebs und Geschäftsführerin Michelle Müller eröffnet. Krebs wandte sich mit seinen Worten an den Moderator und dankte ihm für die letzten Jahre. «Ein grosser Dank für dein Engagement, deine Empathie und dein Können», formulierte er aus. Auch Michelle Müller dankte Nieder­hauser und nutzte die Gelegenheit, den beiden freiwilligen Gärtnern des Müllerhauses, Elsbeth und Kurt Wernli, für die jahrelange Unterstützung zu danken.

Eine ehemalige Einwohnerrätin mit Hang zur Poesie

Lea Grossmann ist jemand, den man vielen Lenzburgerinnen und Lenzburgern nicht mehr vorstellen muss. Und doch nutzte Tinu Niederhauser die Chance, sie den Anwesenden noch einmal vorzustellen als «ehemalige Einwohnerrätin einer ehemals einflussreichen Partei». Diese Formulierung sorgte nicht nur bei ihr für ein breites Grinsen. Er wies darauf hin, dass Grossmann selbstständige Unternehmerin mit einem Hang zur Literatur sei. Ihr erstes fertiges Buch trägt den Namen «Das Leben. Mit dem hast du nicht gerechnet.» Darin geht es um erotische, humorvolle und traurige Kurzgeschichten zum Nachdenken. Doch Niederhauser wollte nicht nur ihre literarische Seite den Zuhörern vorstellen, sondern befragte sie auch zu ihrer Zeit als Politikerin. Dieses Kapitel habe sie aber abgeschlossen, meinte sie. Zu langsam, zu engstirnig, zu viele Leerläufe: «Ich bin für die heutige Politik vielleicht einfach nicht mehr gemacht», gab sie zu. Sie könne das nötige Interesse für Diskussionen über Strassenbeläge nicht mehr aufbringen. Das Publikum konnte sich ein Lachen nicht verkneifen – auch nicht die anwesenden Einwohnerräte. Grossmanns Marke ist ihre charmante ungefilterte Meinung. Das zeigte sich auch an diesem Sonntag.

Herausforderungen imGesundheitswesen

Ebenfalls zu Gast war der Hausarzt Marc Meili. Der in Seon aufgewachsene Mediziner hat seine Praxis in Lenzburg und habe pro Tag gegen 25 Patientinnen und Patienten in der Praxis. Auch aus den Gesprächen mit diesen könnte er wohl ein Buch mit diversen Kurzgeschichten schreiben. Doch er führe nach eigenen Angaben keine Begabung für Literatur. «Rapportieren liegt mir eher», gab er zu. Ob denn ein Arzt immer so seriös sein müsse, wollte der Moderator wissen. «Nein», antwortete er. Es würden sich zwischen ihm und seinen Patienten auch zwischenmenschliche Gespräche ergeben. «Das ist auch einer der Gründe, warum ich Hausarzt werden wollte und mich nicht auf einzelne Organe spezialisierte.» Diese Gespräche könnten auch der Grund sein, warum das Warten vor dem Termin manchmal länger gehe. Vieles ergebe sich erst im Vertrauensgespräch. Eine Frage, die Marc Meili ein wenig ins Rotieren brachte, war, was ein Arzt sich denn von seinen Patienten wünschen würde. Nach einigem Ringen um Wörter aber meinte Meili, dass es hilfreich wäre, wenn man dem Arzt zuhören würde und «man nicht mit vorgefertigten Meinungen zum Arzt geht». Er meinte damit, dass es Patientinnen und Patienten gebe, die ihre Diagnose bereits selbst gestellt haben. Im Anschluss an das Gespräch wurden die Anwesenden zum Apéro eingeladen.

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