Neue Nistplätze sind bezugsbereit

Brutplätze: Vor Weihnachten wurden am UFA-Futtersilo in Lenzburg die beiden runden Werbeschilder entfernt, unter denen sich Brut- und Schlafplätze einer Alpenseglerkolonie befanden. Anfang April wurden nun sechs Batteriekästen als Ersatz montiert.
Geplant war ursprünglich, die Ersatzbrutkästen am Dachrand des ehemaligen Futtersilos zu montieren. Doch nach einem Augenschein vor Ort entschied sich Andres Beck, Zuständiger beim Kanton für Gebäudebrüter, die Kästen bei den bestehenden, kleinen Fenstern auf der Nord-, Ost- und Südseite zu platzieren. Kein einfaches Unterfangen, für das bereits bestehende Batteriekästen nicht verwendet werden konnten. «Zum Glück habe ich alles benötigte Material für die neuen Batteriekästen noch vor der Coronakrise gekauft und zuschneiden lassen», sagt Beck. Sonst hätte es fürs neue Daheim der kleinen Segler schlecht ausgesehen.
Der Wind ist beim Futtersilo ein grosses Thema. Dies musste Beck beim Installieren der Nistkästen berücksichtigen und hat sie deshalb mit Holzverstrebungen gesichert. Mit Verschrauben und Verkleben in den Fensterrahmen und Fenstersimsen konnten die Batteriekästen schlussendlich angebracht werden. Löcher ins Mauerwerk zu bohren, sei wegen des spröde gewordenen Betons nicht möglich gewesen, betont Beck. Um nicht nur dem Wind, sondern auch garstigem Wetter trotzen zu können, wurde die neue Behausung mit schwarzer Dachpappe eingekleidet.
Wird der neue Platz akzeptiert?
Das Ganze ist jedoch nur als Provisorium gedacht, bis entschieden ist, was mit dem Futtersilo passieren soll. Deshalb wurde bereits vor Jahren ein weiterer Nistplatz – unter dem A1-Aabach-Viadukt – eingerichtet. Denn die Information, dass Lenzburg ein idealer Ort zur Aufzucht des Nachwuchses sei, dürfe unter den Alpenseglern nicht abreissen.
Ob die Alpensegler, wenn sie dann nächstens wieder über den Dächern von Lenzburg kreisen, die neuen Brutplätze am Futtersilo akzeptieren werden, weiss Beck nicht. «Es ist ein Experiment. Die Anflugsituation ist die gleiche wie damals bei den UFA-Schildern und die Batteriekästen sind lediglich etwas weiter oben. Aber obs passt, muss abgewartet werden», betont Beck. Ein Alpenseglerpaar sei vom Natur- und Vogelschutzverein Lenzburg bereits vor ein paar Tagen gesichtet worden. «Mir sind ein Turmfalken- und ein Dohlenpärli aufgefallen, die offenbar auch irgendwo in einer Nische beim Futtersilo brüten dürften.
Wenn also das neue Zuhause nicht nach dem Geschmack der Alpensegler sein sollte, wer weiss, vielleicht finden dann die Dohlen oder Falken Gefallen daran», sagt Beck schmunzelnd. Aber natürlich hofft er, dass das Zuhause bei denjenigen gut ankommt, für die es gebaut wurde.



