Nach 33 Jahren ist Schluss
Dernière Der Herbstmarkt der Landfrauen vom Bezirk Lenzburg ist Tradition und bei Besuchern beliebt. Trotzdem fand er am Samstag nach 33 Jahren zum letzten Mal statt.

Anderthalb Stunden nachdem die ersten Landfrauen eingetrudelt waren, war bereits alles aufgebaut: duftende Züpfe und verschiedene Brote, Torten und Cakes, Gemüse und Früchte, Konfitüren, Sirup, Guetsli und Eingemachtes warteten einladend angerichtet auf die ersten Besucher. Und die kamen am Samstag, wie jedes Jahr am traditionellen Herbstmarkt unter den Arkaden des Alten Gemeindesaals in Lenzburg, in Scharen.
Auf rund 400 Besucher schätzt die Präsidentin der Landfrauen Bezirk Lenzburg, Yvonne Vögeli, die Besucherzahl der Dernière. «Auch dieses Jahr waren wir am Schluss wieder ausverkauft», freut sich Vögeli. In Freiwilligenarbeit spenden aus jedem Dorf des Bezirks Landfrauen etwas aus ihrer Küche oder ihrem Anbau, das am Markt verkauft wird. Der Reinerlös vom Herbstmarkt geht seit den Anfängen zugunsten von Multiple-Sklerose-Patienten im Bezirk Lenzburg.
Der Herbstmarkt mit den Landfrauen-Produkten ist bei den Besuchern sehr beliebt. Trotzdem ist nach 33 Jahren Schluss. Doch warum eigentlich? Yvonne Vögeli begründet das Aus mit dem Zeitgeist. Initiiert wurde der Markt vor 33 Jahren von Landfrauen um Annamarie Vögeli – damals Präsidentin des Vereins. «Leute im Vorstand kannten MS-Betroffene und wollten helfen, denn damals war man noch nicht so gut versichert wie heute», erklärt Vögeli die Anfänge des Herbstmarkts.
Grössere Nachfrage als Angebot
Ein weiterer Grund für das Ende des traditionellen Herbstmarkts sind die Veränderungen im Verein selbst. «Im Landfrauenverein sind immer weniger Bäuerinnen aktiv, deshalb war die Nachfrage nach Produkten die letzten Jahre immer viel grösser gewesen als das Angebot selbst.» Am Ende hätten sie zwar immer genug Produkte gehabt, es sei aber die letzten Jahre vermehrt ein «Chnorz» gewesen, die Freiwilligen dafür zusammenzubringen.
Viele Besucher bekundeten am Samstag ihr Bedauern, dass der Markt nicht mehr stattfindet. Auch Yvonne Vögeli findet es schade. Seit 10 Jahren trägt sie als Präsidentin des Vereins die Verantwortung über den Markt. Sie findet aber auch: «Man muss dann aufhören, wenn es am schönsten ist.»



