Mit «Freischaren first!» ins Manöver
Nach dem grandiosen Scheitern am Jugendfest-Black-Friday 2016 wollen sich die Lenzburger Freischaren am Manöver vom 13. Juli 2018 mit frischem Wind und jugendlichem Elan aus der Talsohle auf der Schützenmatt endlich zum Siegerpodest aufschwingen. «Freischaren first!» heisst der neue Kampfruf.
An der Tour d’Horizon im «Ochsen» gab der berüchtigte Scharfmacher Brummer als willfähriger Sprecher der Generalität vorerst in seltener Selbstkritik das totale Versagen der sogenannten Geheimwaffen zu: Das süffige Freischarenbier verleitete den grossen Vorsitzenden zu strategischen Bier-Ideen, dem Mini-Mammut ging bald die Luft aus, das Windelpack für die Kadetten wäre den vollen Hosen der Freischaren wohl angestanden.
In einem rhetorischen Lenz-Burglind-Orkan plädierte der Freischaren-Stabschef in der «Nacht der scharfen Messer», wo nicht nur Zwetschgenbraten und Bohnenbündchen zertrennt und einverleibt wurden, angesichts des weltweiten politischen Klimawandels ausgerechnet für das Ausspielen von Trump-Trümpfen: «Make Freischare great again!»
Staufner Commissions-Präsident
Gewiss wäre mit einem Manöver ohne Kadetten der Sieg auf sicher. Immerhin wird der Gegner durch den Ausschluss der Fünft- und Sechst-Klässler nach dem Schul-Stexit der Staufner massiv geschwächt. Entsprechend dem Vorbild verwirrlicher ausländischer Alliancen gibts auch in Lenzburg Möglichkeiten. So wird ausgerechnet der Staufner Erzfeind, Kadetten-Stabschef Stefano Francobolli, vom Gärtner zum (Sünden-)Bock gemacht und zum Commissions-Präsidenten der Freischaren erhoben. Dem offensichtlich amtsmüden Generalissimus Stephano Il Notario Ex Pralino bleibt nur noch das hohe Ross.
Mit nicht weniger raffinierter Personal-Politik reagieren die Kadetten auf Sprücheklopfer Brummers grosskotzige Strategie-Visionen. So holt sich der Kadettenchef in einer einzigartigen Charme-Offensive mit Carole Kliem, einer waschechten Lenzburgerin, eine Frau (!) als designierte Nachfolgerin an seine Seite. «Der Schuss der Freischaren geht auch dieses Jahr hinten hinaus», widerlegt der tapfere Stabschef/Commissions-Präsident trotz aufkeimendem Loyalitäts-Konflikt die Fake-News der Freischaren. Sein Trumpf ist vor allem die Definition der Tradition, welche eh und je die Jugend das Manöver dominieren lässt.
Da nützen auch die massiven Aufrüstungsmassnahmen der Freischaren im Zwischenjahr – nebst der drastischen Verjüngungskur der Kader, dem von Baden gespendeten Waffenarsenal, Ausbildungskursen für einstige Dienstverweigerer, Kostümpflege, Werbung bei Neuzuzügern und Lega-Besuchern sowie Finanzierungshilfen durch die Fischesser (10000 Franken!) und Pins von Fritz Huser – nichts. Wer zu guter Letzt als Sieger der Scharmützel die Wallstadt Schützenmatt verlässt, zeigt post festum der Dokumentarfilm «Honolulu 2018».







