Mehr Fantasie, bitte
Kreisel Im Bezirk Lenzburg verdienen mehrere geschmückte Kreisel eine gute Note. Die Gestaltung der Innenflächen findet überwiegend Anklang. Im Raum Lenzburg hingegen haben einzelne Kreisel keine Ausstrahlung.
Geschmückte Kreisel können faszinieren. In Beinwil am See, Boniswil, Holderbank und Othmarsingen gibt es gute Beispiele auf Kantonsstrassen. Jeder Kreiselschmuck bildet ein Unikat, will einen Bezug zur Umgebung herstellen und eine Botschaft vermitteln.
Wer in Lenzburg und Staufen die drei geschmückten Kreisel im Westquartier durchfährt, bricht nicht gerade in Begeisterung aus. Wie sagte doch einst Albert Einstein: «Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.»
Bescheidenes Eingangstor
Beim Kreisel Aarauerstrasse/Chrüzweg, der das Tor zu Lenzburg-Staufen bildet und auf Staufner Boden steht, ist die halbe Innenfläche als Hügel mit Efeu und einheimischen Sträuchern gestaltet. Obwohl der Schmuck des weiter stadteinwärts situierten Kreisels Aarauerstrasse/Schafisheimerstrasse/Ringstrasse West beim kantonalen Werkhof von einer Landschaftsarchitektin entworfen wurde, wirken die zu drei Kuben geschnittenen Eiben sehr düster.
Für die beiden Kreisel auf der Aarauerstrasse gilt: Wo bleibt der Pfiff, die Ausstrahlung, die Farbe, die Kunst oder auch nur die Dekoration?
Die Innenfläche des Kreisels Ringstrasse West/Industriestrasse bei der ehemaligen Firma Bauknecht ist mit einheimischen Sträuchern bepflanzt. Beim Kreisel Niederlenzer Kirchweg/ Staufbergweg/Ringstrasse Nord präsentiert sich die Innenfläche mit Betonelementen eingefasst und erweckt den Eindruck eines Provisoriums.
Fünf Minikreisel
Der Kreisel Gexi ist momentan wegen der Umleitung während des Umbaus des Knotens Neuhof nicht in Betrieb, hob sich jedoch vorher von der Gestaltung her positiv ab und stellte eine Alternative dar.
Im Weiteren zählt Lenzburg fünf Minikreisel mit bescheidenstem Schmuck, damit die Innenfläche nötigenfalls überfahren werden kann. Es sind dies die Minikreisel am Bahnhofplatz, beim Coop, beim Wohn- und Pflegezentrum «Im Lenz», bei der ABB an der Hard-strasse sowie beim Knoten Ringstrasse Nord/Hardstrasse.
Als im Kanton Aargau vor 30 Jahren die ersten Kreisel gebaut wurden, stand der Schmuck der Innenflächen nicht im Vordergrund. Die Chance, ihn zu schmücken, wurde erst allmählich entdeckt.
Seele des Orts berühren
Dem Schmuck von Kreiseln im Aufgabenbereich der Gemeinden sind keine Grenzen gesetzt. Allerdings sind die sicherheitsrelevanten Anforderungen zu erfüllen. «Das Werk soll die Seele eines Ortes berühren», findet die seit fünf Jahren in Lenzburg wohnhafte Friederike Schmid, Communication by Art GmbH, Spezialistin für Kunst im öffentlichen Raum. Sie kennt sich mit Kreiseln aus, hat sie doch das Buch «149 Kreisel im Kanton Aargau: Im Zentrum steht der Mittelpunkt» verfasst.
Ein anderer Kreiselschmuck könnte Identität schaffen und zur Visitenkarte von Lenzburg und Staufen werden, ohne das Schloss und den Staufberg zu konkurrenzieren. Othmarsingen hat 2014 einen möglichen Weg vorgezeichnet. Für den neuen Kreisel am Jakobsknoten sind in einem Wettbewerb über 60 Ideen für den Kreiselschmuck eingereicht worden. Eine teurere Variante würde ein Wettbewerb unter Künstlern bilden.





















