Licht und Schatten im Einwohnerrat
Die Stadt Lenzburg will sich vermehrt gegen Lichtverschmutzung einsetzen und sieht keinen Anlass, die Peter-Mieg-Stiftung beim Erhalt des Hauses Sonnenberg finanziell zu unterstützen.

An der jüngsten Sitzung des Einwohnerrats Lenzburg stand die Beantwortung von zwei Anfragen im Zentrum, da als einzige aktuelle Sachgeschäfte lediglich die Beibehaltung der eigenen Sitzungsgelder und der Kredit für die Sanierung der Schützenmattstrasse zur Beratung anstanden.
Die 550000 Franken für die kurze, aber «repräsentative» (so Remo Keller als Sprecher der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission) Strecke waren unbestritten. Zwischen Kronenplatz und Hendschikerstrasse werden wieder Gubersteine hingepflästert, doch diesmal etwas grössere – aus Lärmschutzgründen.
Zusagen zu wenig verbindlich
Die Grünliberalen haben ihr Steckenpferd, den Kampf gegen die zunehmende Lichtverschmutzung in unseren Breitengraden, auch im Lenzburger Stadtparlament geritten und den Stadtrat mit Fragen zu diesem Bereich eingedeckt. Der neue Leiter des Bauressorts, Stadtrat Martin Stücheli, verlas die Antwort. Er räumte ein, dass man bisher den Aspekt der Lichtverschmutzung nicht systematisch beachtet, sondern «im Einzelfall» angeschaut habe.
Stücheli stellte einen Sinneswandel in Aussicht: «Der Stadtrat erachtet es als sinnvoll, die Bauherrschaft und die Planer künftig im Baugesuchsverfahren, sogar bereits im Rahmen von Vorbesprechungen, systematisch auf die Thematik der Lichtverschmutzung hinzuweisen.» Adrian Höhn von der GLP war mit dieser Absichtserklärung nicht zufrieden: «Die Verbindlichkeit fehlt. Wir fordern die Aufnahme der entsprechenden Normen in die neue Bau- und Nutzungsordnung.» Der BNO-Entwurf als Teil der Gesamtrevision Nutzungsplanung wird in den nächsten Wochen der Bevölkerung vorgestellt.
Kein Geld für Haus Sonnenberg
Die Peter-Mieg-Stiftung will das Haus Sonnenberg, in dem der Lenzburger Universalkünstler bis zu seinem Tod im Jahr 1990 gelebt hat, verkaufen. SP-Einwohnerrat Martin Killias stellte dem Stadtrat in diesem Zusammenhang verschiedene Fragen, die Stadtammann Daniel Mosimann nun beantwortete. Der Stadtrat sei sich «der Wichtigkeit des Andenkens dieses Lenzburger Künstlers bewusst», doch die Unterstützung der bald in Finanznöte kommenden Stiftung sei auf Beratungen limitiert.
Mit dem Verkaufserlös könne die Stiftung ihren Primärzweck, die Pflege der künstlerischen Hinterlassenschaft, weiter erfüllen, so die stadträtliche Antwort. Für das Haus Sonnenberg habe die Stadt selbst keine Verwendung; für Empfänge und Hochzeiten liege es «verkehrstechnisch ungünstig». Mosimann wurde noch deutlicher: «Der Stadtrat ist nicht bereit, die Stiftung mit Beiträgen für den Liegenschaftsunterhalt zu unterstützen.» Die geplante Kooperation mit dem Müllerhaus diene der Stiftung am besten.
Selbstredend war Killias mit der Antwort unzufrieden: «Wir sind daran, unsere Schätze zu vertun», spielte er auf das zu erwartende Schicksal des Hauses an.



