«Lenzburger Ansichten» im Alterszentrum
Im Erdgeschoss des Alterszentrums Obere Mühle in Lenzburg sind neu Bilder aus dem Fundus der Stadt und des Museums Burghalde ausgestellt.

Nein, zur Galerie wird das Alterszentrum Obere Mühle mit der neuen Ausstellung unter dem Titel «Lenzburger Ansichten» nicht. «Man kann die Bilder nicht kaufen», stellte Claudio Pinetti, der stellvertretende Zentrumsleiter, gleich zum Auftakt der Vernissage klar. Bei den im ganzen Erdgeschoss des neuen Alterszentrums aufgehängten Bildern handelt es sich ausschliesslich um Leihgaben.
Die rund drei Dutzend Gemälde gehören der Stadt Lenzburg oder dem Museum Burghalde und fristeten bisher ein Dasein abseits der Öffentlichkeit – in einem sicheren Depot. Nun zieren sie Wände im öffentlichen Bereich des Alterszentrums. «Unser Atrium wurde damit zu einer grossen Stube, zu einem Ort der Erinnerung», wie sich Pinetti ausdrückte.
«Wir haben die Auswahl der gezeigten Bilder bewusst Zentrumsleiter Michael Hunziker und seinem Stellvertreter überlassen», sagte Urs F. Meier, der als Stiftungsratspräsident des Museums Burghalde hinter der Umsetzung von «Lenzburger Ansichten» steht. Herausgekommen ist ein auch für Aussenstehende interessanter Querschnitt durch die Lenzburger Kunstgeschichte. Alle ausgestellten Werke haben durch Künstler und/oder Motiv einen engen Bezug zur Stadt.
Geschichte und Geschichten
Wo, wenn nicht in einem Altersheim, sorgen historische Stadtansichten für Gesprächsstoff. Man sieht Landschaften und Gebäudegruppen, die sich heute gänzlich anders präsentieren. «Die Bilder erzählen Geschichte und Geschichten», so Meier an der Vernissage.
Als Beispiel erwähnte er das Gemälde «Fünflinden um 1900» von Theo Glinz. Der von 1890 bis 1962 lebende Künstler hat das Bild im Auftrag der Bezirksschüler mit den Jahrgängen 1902 bis 1906 gemalt. 1956 wurde das Werk der Stadt geschenkt, verschwand aber alsbald irgendwo im Estrich. Hier wurde es erst vor einigen Jahren wieder entdeckt – mit Schäden, war es doch von Bleistiften durchlöchert worden. Restauriert hat es nun einen Ehrenplatz im Atrium.
Umgeben sind die «Fünflinden» hier von Werken von Mieg, Ammann und weiteren bekannten Malergrössen, auch solchen, die als Gast der Ortsbürgergemeinde hier einen Gastaufenthalt verbrachten.



