Lehrer, Leidenschaft und Lohn
Am dritten Forum «Wirtschaft trifft Politik» in Lenzburg gings um Bildung. Neben Grundsätzlichem, was die Schule kann und soll, drehte sich die Diskussion auch um Lehrer und ihre Löhne.
Der Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS) deckt mit dem Forum «Wirtschaft trifft Politik» ein Bedürfnis ab: Zur dritten Auflage strömten rund 200 Personen in den Gemeindesaal; das Thema «Bildung: praxisfern und zukunftsblind?» zog offensichtlich auch viele Lehrer an.
In ihrem Initialreferat brachte Autorin Julia Onken viele Thesen aufs Tapet, etwa dass die Schulen anstreben sollten, den Kindern den Spass am lebenslangen Lernen zu vermitteln. Doch diese Vorgabe ist zum Scheitern verurteilt: «Die Schule kann nicht alles leisten.» Gemäss Onken ist das ganze Umfeld – Lehrer, Eltern, ja gar Grosseltern und die ganze Gesellschaft – gefordert.
Dass hier nicht alles optimal läuft, sagte in der Podiumsdiskussion Markus Möhl in seiner Doppelfunktion als Unternehmer und Präsident der Berufsschule Lenzburg: «Die Schule ist aktuell fremdbestimmt, etwa von der Politik und der Gesellschaft.» «Die zahlreichen Anforderungen an die Schule überfordern die Politik», gestand Bildungsdirektor Alex Hürzeler ein.
«Akademiker oder Volltubel»
Ein gesellschaftliches Phänomen oder Problem ist die steigende Akademisierung. In weiten Kreisen würde die Berufslehre fälschlicherweise geringgeschätzt, so Julia Onken. Moderator Dani Nieth brachte diese Einschätzung auf die Formel «Akademiker oder Volltubel».
Natürlich wurde auf der Bühne tüchtig Gegensteuer gegeben. Hürzeler stellte fest, dass die Lehre im Aargau höher gewertet werde als in andern Kantonen. Er selbst kann mit der tiefen Maturitätsquote hier leben: «Es ist gut, wie es im Aargau ist.»
Just in der Erziehungsbranche werden die Anforderungen aber stets hochgeschraubt. Wieso müssen künftig Kindergärtnerinnen einen Masterabschluss haben? Elisabeth Abbassi als Präsidentin des Aargauischen Lehrerverbandes kam mit ihren Argumenten, die meist auf eine höhere Bezahlung der Lehrkräfte hinausliefen, unter die Räder. Julia Onken wies darauf hin, dass die Entlöhnung nicht relevant sei: «Wenn die Leidenschaft fehlt, läuft alles falsch.»











