Kranke Bäume werden gefällt
Die grosse Kastanie beim Museum Burghalde wird Mitte Februar gefällt. Sie ist von Bakterien und einem Pilz befallen und die Rinde ist grossflächig abgestorben. Sie ist jedoch nicht der einzige Baum, der in Lenzburg weichen muss.

Das Positive gleich vorweg: Der Ersatzbaum, der anstelle der stolzen, gut über hundert Jahre alten Kastanie beim Museum Burghalde gepflanzt wird, hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Der neue Baum ist ein «Nachkomme» der alten Richtlinde beim Fünflinden-Platz, die vor gut 17 Jahren dem Sturm Lothar zum Opfer fiel. «Wir haben damals Triebe gerettet und diese von der Uni Bern mit einer Nährlösung bewurzeln lassen. Anschliessend wurden sie in unserer eigenen Baumschule grossgezogen», sagt Christian Brenner, Leiter Abteilung Tiefbau beim Stadtbauamt Lenzburg. «Inzwischen dürften die acht Linden eine Höhe von 4 bis 5 Metern haben», ergänzt Peter Ulmann, Stv. Leiter des Werkhofs Lenzburg. Einem dieser Nachfahren wird nun die Ehre zuteil, anstelle der Kastanie den Park beim Museum Burghalde aufzuwerten.
Dass die altehrwürdige Kastanie irgendwann gefällt werden muss, hat sich schon länger abgezeichnet. Vor Jahren hat man, um ihre Standfestigkeit zu sichern, die Äste mit starken Zugseilen zusammengebunden. Seit gut zehn Jahren steht die Kastanie unter regelmässiger Beobachtung, auch von einer Baumpflegefirma. Diese hat nun nach einer weiteren Begutachtung empfohlen, den Baum zu fällen. «Einem starken Sturm würde er wohl nicht mehr standhalten», betonen Ulmann und Brenner. Einen halben Tag Arbeit wird das Fällen in Anspruch nehmen, einen weiteren halben Tag das Zerkleinern und Abtransportieren. Das Holz wird zu Brennscheiten verarbeitet und bei den öffentlichen Grillplätzen in der Region deponiert. «Die Kosten für eine solche Baumfällaktion können je nach Grösse des Baums und des Standorts zwischen 2500 und 5000 Franken betragen», sagt Brenner.
Die Kastanie ist nicht der einzige Baum, der in den nächsten Wochen in Lenzburg gefällt werden muss. Als Erstes geht es der Hainbuche an der Schlossgasse an den Kragen. Sie wird immer wieder von Lastwagen angefahren, da sie gefährlich nah an der Strasse steht. Aber auch für die beiden Platanen beim alten Gemeindesaal hat das letzte Stündchen geschlagen. Ihre Äste sind hohl und auch diese Bäume zeigen Anfahrschäden von Autos. Weichen müssen zudem der Ahorn bei der Kantonalbank und der Schnegglibaum beim Mülimärt. Letzterer wird so zerlegt, dass die Baumstammstücke an verschiedenen Orten platziert werden können. In der Hoffnung, dass die noch vorhandenen Schneggli irgendwann vom alten (gefällten) Baum in eine neue Bleibe umziehen.
«Ich bin seit gut 15 Jahren beim Werkhof tätig. In dieser Zeit wurden bestimmt über 100 Bäume zusätzlich gepflanzt», sagt Ulmann und unterstreicht damit die Schaffung und Erhaltung von grünen Lungen in und um Lenzburg. Man sei zudem intensiv daran, den Baumkataster baldmöglichst fertigzustellen. Zu 80 Prozent stehe er. Es seien über 1500 Bäume, die vom Stadtbauamt gepflegt werden, sagt Brenner.



