«Kooperationen sind der Schlüssel für die Zukunft»
Versorgung Die SWL Energie AG hat im letzten Jahr Umsatz und Gewinn weiter gesteigert. Immer bedeutender werden neue Geschäftsfelder.

Superlative hat man sich selbst verboten: Zu viel Euphorie über gute Abschlusszahlen des städtischen Versorgungsbetriebes SWL Energie AG könnten falsche Bedürfnisse wecken. Deshalb vorneweg: Der Verwaltungsrat hat gestern Mittwochabend den Beitrag an den Alleinaktionär, die Einwohnergemeinde Lenzburg, auf 1,6 Millionen Franken festgelegt. Vor Jahresfrist war diese Abgabe nahezu handstreichartig von ursprünglich geplanten 1,2 Mio. auf 1,7 Mio. erhöht worden.
Wachstum dank Wachstum
Im Geschäftsjahr 2017 erhöhte sich der SWL-Umsatz um fast 3 Prozent auf 53,9 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn stieg um 2 Prozent auf 5,2 Mio.; der Unternehmensgewinn nach Steuern und Abgaben ging immerhin noch um 1,9 Prozent rauf auf 4,3 Millionen Franken.
Den Grund für die höheren Zahlen muss man nicht lange suchen, vor allem, wenn man weiss, dass 2017 von der Witterung her ein durchschnittliches Jahr war: Das Wachstum des SWL-Umsatzes ist eng mit dem Wachstum der Stadt verbunden. Zum andern hat man sich in einem Sektor besonders ins Zeug gelegt: «Bei der Akquisition beim Gas haben wir Vollgas gegeben», so SWL-Geschäftsführer Markus Blättler bei der Präsentation des Jahresabschlusses vor den Medien diese Woche.
«Der SWL Energie AG ist es 2017 gelungen, ihr Gasnetz weiter zu verdichten und viele neue Kunden für den klimaschonenden Brennstoff Erdgas/Biogas zu gewinnen», klopft man sich da selbst auf die Schulter. Offensichtlich ist dieser Sektor noch lukrativer als das Geschäft mit Strom oder Fernwärme, wo über geringe Margen geklagt wird.
Wichtige Diversifizierung
Angesichts des unter Druck geratenen Kerngeschäftes ist man bei den SWL froh um andere Betriebszweige. Das Elektroinstallationsgeschäft zeigt sich seit Jahren äusserst kompetitiv und profitiert gegenwärtig ebenfalls vom Wachstums-Boom.
Um stets à jour zu bleiben, soll die feinmaschige Erschliessung mit Glasfasern flächendeckend vorangetrieben werden. Ziel ist es, bis ins Jahr 2020 mindestens 90 Prozent der Endverbraucher an dieses schnelle Netz angeschlossen zu haben.
Der kleine Bruder der Glasfaser heisst «Lora». Diese Abkürzung steht für «Long Range Wide Area Network». «Lora» transportiert kleine Datenmengen von unterschiedlichen Sensoren zum nächsten Glasfaseranschlusspunkt. Dereinst kann «Lora» Daten etwa für ein Parkleitsystem liefern und ist damit Voraussetzung für das «Internet der Dinge». Für Geschäftsführer Blättler steht «Lora» SWL-intern stellvertretend für einen «Kulturwandel beim Anpacken neuer Projekte». Viel ergebnisoffener müsse man gewisse Dinge angehen; man könne nicht alles im vornherein fix planen.
Mehr Partnerschaften
Das vor wenigen Jahren gegründete Telematik-Team war 2017 gut ausgelastet und selbst die 2016 mit der Gemeinde Dürrenäsch gegründete InfraRegio AG lieferte im ersten Betriebsjahr einen kleinen Gewinn ab.
Mit der Firma Inventsys, die die Effizienz bei Instandhaltungsarbeiten von Infrastrukturanlagen verbessert, sind die SWL ebenfalls eine Partnerschaft eingegangen: «Kooperationen sind der Schlüssel für die Zukunft», ist Markus Blättler überzeugt.
Mit bekannten Partnern der Stadt wird es die SWL Energie AG zu tun bekommen, wenn sie den neuen Firmensitz am aktuellen Ort plant und realisiert. Der Zeitdruck ist enorm: 2022 feiert man das 100-Jahr-Jubiläum.



