Kahlschlag im Länzertwald wegen Kies

Dieser Tage beginnt beim Lenzburger Kieswerk ein Kahlschlag. Rund 250 Bäume müssen einem weiteren Kiesabbaufeld weichen.

Waldrodung für weitere Kiesabbauetappe: Markierter Baum im Gebiet Länzertwald mit Stadtoberförster Frank Haemmerli, Kommissionspräsident Gottfried Kneuss und Stadtrat Martin Stücheli. Foto: Fritz Thut
Waldrodung für weitere Kiesabbauetappe: Markierter Baum im Gebiet Länzertwald mit Stadtoberförster Frank Haemmerli, Kommissionspräsident Gottfried Kneuss und Stadtrat Martin Stücheli. Foto: Fritz Thut

Die Mitarbeiter der Forstbetriebe Lenzia starten dieser Tage eine umfangreiche Abholzaktion. Beim Kieswerk wird für die dritte Kiesabbauetappe ein Areal von rund 80 Aren abgeholzt. Dies entspricht der Fläche von etwas mehr als einem Fussballplatz. Rund 250 Bäume in diesem Bereich des Länzertwaldes sind mit einem roten Kreuz markiert, das ihr baldiges Ende verkündet.

«Damit machen wir etwas, was wir sonst so nicht kennen», so Frank Haemmerli, der Leiter der Forstdienste Lenzia. Der Kahlschlag ist für die Förster, die sonst mehr hegen und pflegen, also etwas Aussergewöhnliches. Doch hier geschieht dies im Wissen, dass langfristig der Wald wieder seinen Platz bekommt: Nach Abbau und Wiederauffüllung werden hier wieder Bäume angepflanzt.

Wie dies später abläuft, sieht man gegenwärtig im ersten Abbaufeld A, wo die Auffüllung und Aufforstung schon begonnen haben. «Wir schauen, dass wir die Areale möglichst schnell wieder der Natur übergeben können», so Stadtrat Martin Stücheli, der in der Exekutive für die Belange der Ortsbürger und damit für Forst und Kiesabbau zuständig ist.

Hohes Tempo wegen Bauboom

Dass in diesen Tagen die ersten Vorarbeiten für das Feld C anlaufen, ist der regen Bautätigkeit der Region geschuldet. «Wir starten hier wegen des anhaltenden Baubooms in Lenzburg und Staufen fünf bis sechs Jahre früher als ursprünglich geplant», so Oberförster Haemmerli.

Nachdem alle Bewilligungen von Stadt und Kanton vorliegen – Einwendungen gingen während der Verfahren keine ein –, heisst es nun «Feuer frei für den Vollernter». So wird das grosse Gerät genannt, das für den Kahlschlag eingesetzt wird. Anschliessend kommt eine Spezialfirma mit weiteren Grossmaschinen zum Einsatz, um das Gebiet sauber zu roden; das heisst es werden sämtliche Wurzelstöcke entfernt, ehe der effektive Kiesabbau gestartet werden kann.

Neben dem Kahlschlag im Länzert ist der Forstbetrieb Lenzia in den nächsten Wochen noch mit dem Fällen von einzelnen Bäumen «für die Sicherheit der Bevölkerung und zugunsten der Landwirtschaft» (Haemmerli) im Einsatz: am Buchenweg im Zelgliwald, an der Boll-Südseite und beim Vitaparcours.

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