Jagen mit Greifvögeln und Schmieden von Waffen
Mittelaltermarkt Im und um Schloss Lenzburg fand der grosse Mittelaltermarkt statt. Besucher konnten Musik, Tanz, Handwerk und Lebensweise aus dieser Zeit erfahren.
Bei perfektem Herbstwetter boten sich am letzten Wochenende auf Schloss Lenzburg verschiedene mittelalterliche Szenen, als wäre man mit einer Zeitmaschine 1000 Jahre vor heute gelandet.
Menschen in langen Leinengewänder boten ihre von Hand hergestellten Produkte feil und ein Schmied führte mit einem riesigen Blasbalg Luft zur Feuerstelle, um ein Eisen zu schmieden. Im Hintergrund wehten Musikfetzen von seltsamen Klänge über den Schlosshof und eine Gruppe drehte sich zur Musik im Tanz. Mit Schloss Lenzburg als perfekter Kulisse könnte man meinen, dass gerade ein Film aus dem Mittelalter gedreht wird.
Mit Greifvögeln auf die Jagd
Christoph Küpfer demonstrierte im oberen Schlosshof, wie man mit Greifvögeln jagt. In der Hand hatte er gerade einen amerikanischen Wüstenbussard. Er liess ihn fliegen und lockte ihn danach mit einem Stück Fleisch wieder an.
Er ist hauptberuflich als Erwachsenenbildner tätig, doch seit 15 Jahren hat er sich der Falknerei verschrieben. Als Kind las er in einem Buch über dieses Handwerk und es hat ihn nie mehr losgelassen. Er besitzt mittlerweile zwei Wüstenbussarde, einen Uhu, drei Sakerfalken, zwei Lannerfalken, einen Wanderfalken und eine Schneeeule. Mit diesen Tieren macht er immer wieder Vorführungen und Präsentationen von Greifvögeln.
Eine Blankwaffenschmiede
Auf einem gänzlich anderen Segment bewegt sich Reto Zürcher. Er ist gelernter Schmied und stellt seit 15 Jahren Blankwaffen (Schwerter, Messer und Hellebarden) her. Seit er das Schmieden als Handwerk ausübt, hat er immer wieder am Abend nach der Arbeit Blankwaffen hergestellt. Mit der Zeit realisierte er, dass für diese handgemachten Gegenstände eine grosse Nachfrage besteht.
Heute fertigt er nach Kundenwünschen solche Waffen an. Geschickt demonstrierte er sein Handwerk. Mit dem grossen Blasbalg wurde die Kohle zum Glühen gebracht und er begann eine Fibel zu schmieden – eine Gewandnadel, womit im Mittelalter Tücher und Kleider wie mit einer grossen Sicherheitsnadel zusammengehalten wurden.
Er erklärte: «Je nach Adelsstand waren diese Gewandnadeln auch aus Silber oder Gold und dienten gleichzeitig als Schmuckstück.»
Viele Besucher genossen die mittelalterliche Zeitreise und verfolgten gebannt das Geschehen.







