Integration «spielend einfach» durch Fussball

Integration «spielend einfach»: Flüchtlinge und Lenzburger Schüler beim gemeinsamen Fussballspielen. Foto: zvg
Integration «spielend einfach»: Flüchtlinge und Lenzburger Schüler beim gemeinsamen Fussballspielen. Foto: zvg

Fabio Kleiner und David Puga befinden sich momentan im letzten obligatorischen Bezirksschuljahr. Anstelle von Abschlussprüfungen müssen sie eine Quartalsarbeit schreiben. Diese beinhaltet eine schriftliche Arbeit, eine prüfbare Eigenleistung, einen öffentlichen Vortrag mit einem «Ausstellungsstand», der passend zum Thema gestaltet werden muss und das Projekt darstellen soll.

Die Quartalsarbeit mit dem Titel Integration «spielend einfach» sollte Flüchtlingen in Lenzburg die Möglichkeit geben, sich mit gleichaltrigen Einheimischen durch ein Fussballspiel besser in der Schweiz einleben zu können.

Die Vorbereitungen waren einfach: Der Platz musste nicht reserviert werden, da bei Sommerwetter im Schulhaus Lenzburg gespielt wurde. Verpflegung wurde durch die beiden Bezler organisiert. Trikots und Bälle hatten sie dank der Unterstützung des FC Lenzburg. Nur die Suche nach den passenden Mitspielern war die grösste Herausforderung.

Als Erstes haben die beiden beim Sozialamt Lenzburg nach Adressen von minderjährigen Flüchtlingen gefragt. Aus Datenschutzgründen durfte man ihnen leider keine Kontaktdaten geben, also mussten sie weitersuchen. Über viele Umwege kamen sie auf den «Dütschträff» im Pfadiheim Lenzburg, wo sich Freiwillige jeden Dienstag- und Donnerstagabend treffen, um mit Flüchtlingen aus der ganzen Welt deutsch zu lernen und Hausaufgaben zu machen.

Hilfe bei den Übersetzungen

Im Pfadiheim trafen sie auf Senidos. Er ist gebürtiger Eritreer und beherrscht die eritreische Nationalsprache. Er übernahm die Übersetzungen zwischen den Flüchtlingen und den beiden Schweizern. Als diese ihnen das Projekt vorstellten, reagierten sie sehr positiv und dankbar, dass sich jemand für sie interessiert.

Das Datum des Fussballspiels war schnell festgelegt und flugs wurde ein passender Flyer dazu gedruckt. Für die Gewinner-Preise wandte man sich an die SWL Energie AG, die grosszügigerweise viele passende Geschenke für das Projekt sponserte.

Intensives Fussballspiel

Endlich war es so weit. Die entsprechenden Vorbereitungen waren getroffen und alles lief nach Plan. Um 13.30 Uhr kamen die Fussballer. Insgesamt 26, 14 davon minderjährige Flüchtlinge und 12 einheimische Jugendliche. Das Fussballspiel war intensiv und ausgeglichen. Am Anfang sprach man nicht viel miteinander, doch nach einer gewissen Zeit wurde die Sprachbarriere aufgehoben und alle verständigten sich, als würde man sich schon ewig kennen.

Am Ende des Spiels gab es nur Gewinner. Die Sieger durften sich jedoch als Erste am Gabentempel bedienen. Stifte, Blöcke und Handtücher waren am begehrtesten.

Ziel erreicht

«Wir haben unser Ziel erreicht», ziehen die beiden Initianten ein positives Fazit. «Die Flüchtlinge haben ein gewisses Vertrauen zu uns aufgebaut und der Kontakt war sehr persönlich und herzlich.» Sie hoffen, dass sie einen kleinen Beitrag dazu leisten konnten, dass die Flüchtlinge ihre traumatischen Erlebnisse in ihrer Heimat für eine kurze Zeit vergessen konnten und der Kontakt zu den einheimischen Jugendlichen ihnen die Integration erleichtert. Zufrieden haben sie den Platz aufgeräumt mit der Gewissheit, nicht nur über Integration zu sprechen, sondern auch einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben. Fabio Kleiner und David Puga

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