«Hypi» blickt 150 Jahre in die Zukunft

Hypothekarbank Nach dem Rückblick zu den Anfängen vor einem Jahr erhielt die Generalversammlung der «Hypi» diesmal Besuch aus dem Weltall. Wie sieht das Bankgeschäft der Zukunft aus? Die «Hypi» scheint gerüstet.

<em>Grüsse aus der Zukunft:</em> Der «Hypi-Bot» zeigte auf der Grossleinwand, wie das Bankgeschäft in 150 Jahren aussehen könnte, und stellte CEO Marianne Wildi in den Schatten. Foto: Fritz Thut

<em>Grüsse aus der Zukunft:</em> Der «Hypi-Bot» zeigte auf der Grossleinwand, wie das Bankgeschäft in 150 Jahren aussehen könnte, und stellte CEO Marianne Wildi in den Schatten. Foto: Fritz Thut

<em>Steuern die «Hypi» aktiv in die digitale Zukunft:</em> Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart und Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung an der GV. Foto: André Albrecht

<em>Steuern die «Hypi» aktiv in die digitale Zukunft:</em> Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart und Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung an der GV. Foto: André Albrecht

Die jährliche Zusammenkunft der «Hypi»-Aktionäre ist geprägt von Traditionen: Man trifft sich am dritten März-Samstag in der Schützenmatt-Mehrzweckhalle, hört sich die guten Zahlen an und disloziert anschliessend in eine Lenzburger Wirtschaft zum Gratis-Znacht.

Revolutionen erfolgen hier in homöopathischen Dosen im Jahrzehnte-Rhythmus: Mal wird beim Menü die Berner Platte durch Aargauer Braten ersetzt, mal wird vom Abstimmen per Handerheben auf den Televoter umgestellt. Aber sonst?

Rund um das 2018 gross gefeierte 150-Jahr-Jubiläum konnten sich die GV-Besucher über spezielle Intermezzi freuen. Im letzten Jahr wurde mit einer Theater-Einlage 150 Jahre zurück zur Gründung geschaut, nun blickte man virtuell 150 Jahre in die Zukunft. Der fliegende Geldroboter «Hypi-Bot», der auf der Grossleinwand fleissig zwischen Erde und Mars pendelte, gab eine Idee, in welche Richtung das Geschäft mit dem Geldverwalten laufen könnte.

«Wir wollen aktiv an der Entwicklung teilnehmen», hielt Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart einleitend fest. Und spielte damit einen Steilpass zu Marianne Wildi, die als Vorsitzende der mittlerweile auf immer noch bescheidene sechs Mitglieder angewachsenen Geschäftsleitung die Triebfeder der technischen Innovationen innerhalb der «Hypi» ist. Die Bankensoftware Finstar liefert nicht nur einen immer grösseren Beitrag ans Firmenergebnis (der Ertrag stieg im Berichtsjahr 2018 um 21 Prozent), sondern zeichnet sich durch ihre offene Software-Architektur aus.

«Wir investieren in Menschen»

Dies ermöglicht Kooperationen mit immer neuen Partnern, die die Nase im Wind der Trends haben: Der Bargeldbezug im Dorfladen über die Sonect-App ist etwa ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit. «Mit unserer Open-Banking-Kultur sind wir der Zeit voraus», hielt Wildi vor den Aktionären fest. Ob dem Blick ins Morgen werde jedoch das Heute nicht vergessen: «Wir investieren auch in Menschen und die Unternehmenskultur», tröstete die CEO jene Zuhörer und Kunden, «die mit dem Tempo und den vielen digitalen Neuerungen überfordert sind».

Die Hypothekarbank will für alle Kunden-Segmente Verbesserungen anbieten. Unter dem Motto «Musik für Ihr Portfolio» werden etwa fünf verschiedene Anlagemodelle präsentiert. Trotz «Hypi-Bot» und fortschreitender Digitalisierung soll der persönliche Kontakt weiter im Vordergrund stehen. Marianne Wildi: «Wir freuen uns auf viele Begegnungen und Gespräche im kommenden Jahr.»

Dass Vertrauen gemäss dem «Hypi»-Slogan tatsächlich verbindet, zeigte sich bei den Abstimmungen. Lagebericht und Jahresrechnung (99,0 Prozent), Verwendung Bilanzgewinn mit stabiler Dividende von 110 Franken pro Aktie (98,5 Prozent) und Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung (98,3 Prozent) wurden mit Quoten angenommen, die an Volkskongresse in totalitären Staaten erinnern.

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