Hochbrücken für die Velofahrer?

Der Verein Pro Velo Lenzburg lud zu einer Stadtführung und präsentierte dort illustrierte Visionen von Hochbrücken für Velofahrer – hauptsächlich als Gedankenanstoss.

Vision von Pro Velo Lenzburg: Skizze der Velo-Hochbrücken zwischen Altstadt und der Schule Angelrain. Grafik: zvg
Vision von Pro Velo Lenzburg: Skizze der Velo-Hochbrücken zwischen Altstadt und der Schule Angelrain. Grafik: zvg

An der «Stadtführung» für Velofahrer, an der rund 20 Personen, darunter keine Vertreter des Stadtrates oder Bauamtes, dafür aber solche von Einwohner- und Elternrat teilnehmen, wurden verschiedene Strecken innerhalb der Stadt abgefahren, die für die Velofahrer keine reine Freude sind.

Der Verein Pro Velo Lenzburg setzt sich schon seit längerem dafür ein, dass die Bedingungen für die Velofahrer auf den Strassen der Stadt besser werden. Auch jetzt wurden wieder Punkte angefahren und diskutiert, die den Radlern das Leben schwer machen: Fehlende Markierungen von Radstreifen, fehlende Sicherheit bei Strassenquerungen oder die Quasi-Sperrung der Bahnhofstrasse für Velofahrer während den Bauarbeiten im westlichen Teil.

In die dritte Dimension

Diesmal legte «Pro Velo» den Finger nicht nur auf aus Vereinssicht wunde Punkte im städtischen Verkehrsnetz, sondern präsentierte mögliche Lösungen. Spektakulär sind die Vorschläge für zwei Hochbrücken – einmal zwischen Altstadt und Bahnhof, einmal zwischen Hornerfeld und Bahnhof entlang dem Bahndamm.

Mit der Flucht in die dritte Dimension würden eigene Velo-Verbindungen ermöglicht, die zu einem gewissen Teil von der Konkurrenz des motorisierten Individualverkehrs entflochten würden. Die präsentierte Skizze der Stadt-Hochbrücke sieht eine Verbindung vom Parkplatz bei der ehemaligen Post über den «Mülimärt» bis zur Dreifachturnhalle Angelrain und zum Turnerweg vor.

Die Teilnehmer der «Stadtführung» reagierten zuerst überrascht auf die Visionen, äusserten sich schliesslich positiv und zeigten sich – mit Blick auf ähnliche Lösungen in Holland oder Dänemark sogar von der Machbarkeit überzeugt.

Keine Alibi-Lösungen mehr

«Pro Velo Lenzburg»-Präsident Werner Christen will mit den radikalen Vorschlägen «die lokale Verwaltung und Politik anregen, durchgehende Veloverbindungen auf die Traktandenliste zu setzen».

Die jetzigen, halbherzigen Lösungen seien das «Ergebnis der bisherigen Philosophie beim Planen von Verkehrswegen»: «Wenn es bei Strassenbauprojekten noch Platz hat, macht man etwas für die Velofahrer.» Davon sollen die Planer abkommen, die Vision der Velohochbrücken soll aufrütteln: «Ziel unserer Aktion ist es, die Behörden anzuregen, eigene Veloprojekte zu planen», so Christen.

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