Handy-Ticket beim Regionalbus
Seit letzter Woche kann in den Fahrzeugen des Regionalbus Lenzburg mit dem neuartigen Handy-Ticket-System Fairtiq bezahlt werden.

Der Regionalbus Lenzburg (RBL) macht innerhalb des Tarifverbundes A-Welle mit bei einer Neuerung des Ticketing. Seit letztem Donnerstag kann man den Fahrpreis mit der Handy-App Fairtiq bezahlen.
«Für uns ist klar, dass Smartphone-Apps eine grosse Bedeutung bekommen», so schildert RBL-Geschäftsführer René Bossard die Motivation, sich bei Fairtiq zu beteiligen. Man habe verschiedene Szenarien und Systeme geprüft, doch Fairtiq «ist im Moment am weitesten».
Entlastung für Chauffeure?
Mit dem neuen Zahlsystem, so hofft Bossard, könnte der Verkauf von Billetten durch die Buschauffeure zurückgehen. Vor allem zu den Pendlerspitzen sorgen solche Verkäufe für eine unerwünschte Verzögerung und damit manchmal auch für Unmut bei Mitpassagieren, die fürchten, deshalb den Anschlusszug zu verpassen.
Längerfristig, so Bossard, könnten bei genügender Akzeptanz und fleissigem Einsatz die Handy-Tickets für weitere Änderungen der Infrastruktur sorgen: «Es könnte Auswirkungen auf die Zahl der Billettautomaten haben; man wird künftig die Auslastung der Standorte anschauen müssen.»
«Wischen und Fahren»
«Wischen und Fahren» – so einfach funktioniert der öffentliche Verkehr künftig mit Fairtiq. Kein Bargeld parat oder kein Ticket gelöst zu haben, obschon der Bus bereits in die Haltestelle eingefahren ist, sind damit Sorgen von gestern. Letzte Woche lancierten der Regionalbus Lenzburg (RBL) zusammen mit den Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-Wettingen (RVBW) und der Busbetrieb Olten, Gösgen, Gäu AG (BOGG) die App Fairtiq.
Mit dieser App erhält der Fahrgast ohne umständliches Tarifstudium immer das richtige Ticket. Die App soll die öV-Nutzung revolutionieren. Seit der Lancierung der App wurde sie schweizweit über 50000-mal heruntergeladen und mehr als 375000 Tickets wurden in andern Regionen über die App erworben. Der Geltungsbereich wurde laufend auf mittlerweile über zehn Netze erweitert, neu auf den gesamten Bereich des A-Welle-Tarifverbundes.
So funktionierts
Der Fahrgast startet vor dem Einsteigen in den Bus die App und checkt sich mit einem «Wischen» ein. Dadurch wird die Ortung aktiviert, mit deren Hilfe der Reiseweg des Fahrgasts erfasst werden kann. Am Ende der Fahrt wird mit einer erneuten Wischbewegung die App gestoppt und die Kosten werden berechnet.
Vergisst ein Fahrgast am Ende seiner Reise auszuchecken, erhält er nach kurzer Zeit eine Erinnerung. Um die App zu nutzen, ist eine einmalige Registrierung notwendig, bei der ein Zahlungsmittel hinterlegt wird. Bei der Registrierung kann der Fahrgast angeben, ob er ein Halbtax besitzt und in welcher Klasse er bevorzugt unterwegs ist.
Die App verrechnet im Nachgang zur Reise automatisch den Tagesbestpreis, das heisst maximal den Preis einer Tageskarte – ein faires Ticket eben. Vielfahrer werden ebenfalls belohnt, ohne dass sie einen Finger krümmen müssen: Je öfter man fährt, desto mehr profitiert man. Wer in einem Kalendermonat an mindestens fünf Tagen Fairtiq benützt, erhält 5 Prozent der gesamten monatlichen Fahrkosten als Gutschrift zum Verbrauch im Folgemonat.(tf/lba)



