Handel im Wandel – 35 Jahre Müli-Märt
Sympathisch, regional und kundennah – diese Adjektive hat sich der Müli-Märt auf die Fahne geschrieben und erfreut sich seit Jahrzehnten grösster Beliebtheit. Was steckt hinter dieser Erfolgsgeschichte und wie sieht die Zukunft aus?
Im Müli-Märt bieten diverse Geschäfte, was Gross und Klein sich wünscht. Auf insgesamt 5000 Quadratmetern Ladenfläche konzentrieren sich 15 Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsbetriebe bequem unter einem Dach und bieten zusammen rund 250 attraktive Arbeitsplätze.
Ob Denner, Elektronik-Geschäft, Schlüsseldienst, Naturheilpraxis, Kiosk, Coiffeur, Reisebüro, Textilreinigung oder Kleider- und Schuhboutique, im Müli-Märt kommt jeder auf seine Kosten. 300 Parkplätze im Parkhaus, eine Migros-Gastronomie und gratis WLAN runden das Einkaufserlebnis ab. Im Zentrum des Müli-Märts steht der Lebensmittelgrosshändler Migros, der auf 2000 Quadratmetern Ladenfläche alleine 70 Prozent des Gesamtumsatzes generiert.
Einkaufscenter schiessen heute allseits wie Pilze aus dem Boden. Die Gründe hierfür sieht der Marktstratege und Werbeverantwortliche des Müli-Märts, Urs Müller, im sich allgemein verändernden Einkaufsverhalten des Kunden.
«Der heutige Kunde wünscht alles an einem Ort, am besten unter einem Dach», stellt Müller fest. Nutzen und Erleben gingen in einer Gesellschaft, in der kein wirklicher Mangel herrsche, Hand in Hand. Vielen fehle die Zeit, für die alltäglichen Erledigungen diverse Geschäfte aufzusuchen. Das Angebot des Müli- Märts entspreche somit allen sich verändernden Bedürfnissen der Kundschaft.
Eine traurige, doch nicht zu verhindernde Kehrseite des Strukturwandels sei hingegen die sukzessive Verödung der Einkaufskultur, besonders in kleineren Innenstädten wie Lenzburg.
Monopolstellung in der Region
Der Müli-Märt trete weder in Konkurrenz mit anderen Einkaufszentren der Umgebung, wie etwa dem Wynecenter in Buchs, der ein anderes Einzugsgebiet abdecke, noch mit dem sich in der Peripherie befindlichen Discounter Aldi, welcher ein ganz anderes Verkaufskonzept verfolge, stellt Müller klar und betont die Monopolstellung des Müli-Märts in der Region Lenzburg. Müller nimmt die Mitbewerber zwar ernst, steht der Konkurrenz jedoch gelassen gegenüber, ohne sie aus den Augen zu verlieren.
Der Müli-Märt habe sich während vieler Jahre hervorragend positioniert, grenze sich klar von den Mitbewerbern ab und setze dabei auf seine Stärken. Frische, regionale Produkte, Produktvielfalt sowie die geografische und emotionale Nähe zur Kundschaft zeichneten den Müli-Märt damals wie heute aus und seien Teil der Erfolgsgeschichte, legt der Marktstratege nach.
Und dennoch müsse die Tatsache bedacht werden: Der deutsche Discounter Aldi ist auf dem gleichen Markt tätig und isst vom gleichen Kuchen, der auch mit den Jahren nicht grösser wird.
Ein Stück gelebte Kultur
Der Müli-Märt spiegelt die gelebte Kultur in Lenzburg und wird dabei sogar zum Begegnungsort. «Man kennt, trifft und grüsst sich. Das schätzen wir sehr», betont eine Ladenlokalmieterin, die bereits seit 30 Jahren den persönlichen Kontakt zu ihren Stammkunden pflegt. Bedenkenswert seitens der Mieter seien jedoch die Öffnungszeiten, die sich notgedrungen mit den offiziellen Öffnungszeiten der Migros solidarisieren müssen. Die verlängerten Öffnungszeiten freitags bis 20 Uhr brächten nach einer nicht repräsentativen Umfrage unter den Ladenlokalmietern ausser längeren Arbeitstagen und Mehrkosten unter dem Strich kaum mehr Gewinn für die Privaten. Wünschenswert sei daher eine gleichmässigere Verteilung der Kundschaft auf den Tag.
Ausblick
«Was die Zukunft bringt, ist noch nicht absehbar. Dass sich jedoch etwas verändern müsse, ist seitens der Investoren der Migros-Pensionskasse bereits beschlossene Sache und betrifft in erster Linie die Beseitigung baulicher Mängel», meint Müller mit Blick in die nahe Zukunft. Auch wenn bereits vieles in der Migros-Filiale unter ökologischen Aspekten umgebaut wurde, komme man um die Sanierung der Parkhausanlage und des Aussenbereichs nicht herum.







