Goldene Kugeln und Wetterfahnen glänzen wieder auf dem Kirchturm

Seit dem Jugendfest 2016 versteckt sich die Lenzburger Stadtkirche hinter weissen Vorhängen. Mit der Montage der Wetterfahnen und der goldenen Kugeln auf dem Kirchturm ist ein bedeutsames Etappenziel erreicht.

Bauleiterin Jolanda Hofmann, Baukommissionsmitglied Peter Schild, Kirchenpflegepräsdent Johannes Burger bei der Montage in luftiger Höhe. Foto: Pascal Meier
Bauleiterin Jolanda Hofmann, Baukommissionsmitglied Peter Schild, Kirchenpflegepräsdent Johannes Burger bei der Montage in luftiger Höhe. Foto: Pascal Meier

Seit altersher gehört es sich für bedeutende Bauten, dass ihnen als schmückendes Accessoire ein Aufsatz in Form von Wetterfahnen und Kugeln auf Dach und Türmen beigegeben wird. Und es ist auch ein heute noch gern gepflegter Brauch, dass diese Gefässe in unerreichbarer Höhe gut geeignete Behälter für historische Dokumente und Gegenstände sind. Bei der Sanierung der Stadtkirche wurden denn auch in einer der alten Kirchturm-Kugeln solche Zeitzeugen aus dem Jahr 1991 gefunden.

Für Peter Schild, damaliger Präsident der Baukommission, keine Überraschung, hatte er doch anlässlich der letzten Renovation einst die Baugeschichte, von Hand auf Pergament geschrieben, beigesteuert. Die Papiere sind dank guter Arbeit der Spenglerei Widmer nach einem Vierteljahrhundert gut konserviert, noch unversehrt, stellte Schild erfreut fest. Zufrieden ist er auch, wiederum in der Baukommission dabei, dass die erneute Kirchensanierung für 1,775 Millionen jetzt rechtzeitig wieder an die Hand genommen wurde: «Ein gutes Gefühl, wir haben damals keine Fehler gemacht.» So war er jetzt auch wieder dabei, als die neuen «Zeitkapseln» von Christoph Haller in der Spenglerei Widmer aus Kupfer und Messing gefertigt, sorgfältig je mit den alten und aktuellen Dokumenten gefüllt und verlötet wurden. Es sind wiederum Zeitungsartikel (auch der Bezirks-Anzeiger ist dabei), ein Baubericht von Kirchenpflegepräsident Johannes Burger, der Rechenschaftsbericht 2016 der Reformierten Kirchgemeinde, eine Schilderung der allgemeinen Lage von Markus Widmer, Münzen und Noten (der neue Fünfziger und Euros). Und selbstverständlich liess es sich Schild nicht nehmen, bei der Montage der mittlerweile vergoldeten Kugeln und Wetterfahnen hoch oben auf dem 35 Meter hohen Kirchturmdach präsent zu sein. Auch Johannes Burger war mit von der Partie: «Ein erhabenes Gefühl.»

Die sanfte Renovation des 1667 erbauten Kirchenschiffes umfasst den Ersatz von Dachziegeln, die Reinigung von Fassaden und Natursteinpfeilern sowie die Reparatur von Verputzschäden an der Südfassade, die Sicherung des Dachstockes und der Aufhängevorrichtungen für die Jugendfest-Girlanden, die Erneuerung des verrosteten Glockenstuhls und neue Klöppel für die sechs Glocken, schliesslich die Sicherung und Bemalung der Stuckaturen im Innern. Dieser Tage kann mit dem Abbau des Gerüstes begonnen werden, vorläufig bis unter die Uhr.

Neuer Pfarrer in der erneuerten Kirche

Die feierliche Einweihung des sanierten Gotteshauses ist auf den 26. März 2017 programmiert. Wie an der Kirchgemeindeversammlung in Hendschiken orientiert wurde, kann nächstes Jahr auch eine der beiden vakanten Pfarrstellen besetzt werden. Pfarrwahlkommission und Kirchenpflege schlagen einhellig aus einer Auswahl von zwei Dutzend Bewerbungen Pfarrer Martin Domann für ein 80-Prozent-Pensum vor. Er ist gegenwärtig Seelsorger in Steinbach und Ma-landers in Graubünden, norddeutscher Herkunft, verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Er wird sich am 8. Januar 2017 im Kirchgemeindehaus mit einer Predigt vorstellen und an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung zur Wahl stellen. Das Amt tritt der neue Pfarrer in der erneuerten Kirche Anfang August an.

Die zweite Neubesetzung im Pfarr-Team wird zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ausgeschrieben.

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