GLP Lenzburg will dem Thema Lärm Gehör verschaffen
Die Lenzburger Grünliberalen thematisieren den Lärm. Sie laden übermorgen Samstag zu einer Begehung, um für das Thema zu sensibilisieren.

In Lenzburg wurden in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen zur Minderung von Strassenlärm umgesetzt. Mit der Kerntangente wurde die Altstadt davon befreit und dank der Überdachung auch eingedämmt.
Entlang der Aarauerstrasse wurden teilweise Lärmschutzwände erstellt und die Autobahn wurde auf einer Teilstrecke halbüberdacht. Durch die Errichtung von Tempo-30-Zonen hat sich der Verkehrslärm in den Wohnquartieren halbiert.
Projekt mitten in Quartieren
Doch nun kommt in Lenzburg ein altes Strassenprojekt aus den 60er-Jahren wieder auf den Tisch: die Verlängerung der Ringstrasse. Die Strasse, die durch den westlichen und nördlichen Teil von Lenzburg führt, soll im Jahr 2035 gemäss Prognose bereits so viel Verkehr haben wie die Aarauerstrasse.
Sie wird mitten durch zwei Wohnquartiere führen und Lärmschutzmassnahmen sind gemäss dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) keine geplant. Dies wird zwangsläufig nicht nur zu einer Einbusse der Wohnqualität führen, sondern auch zu einem Wertverlust der Immobilien im betroffenen Gebiet.
Die grünliberale Partei (GLP) setzt sich darum gegen zu viel Lärm ein und fordert, an neuralgischen Punkten entsprechende Massnahmen umzusetzen.
Gesundheitsschädlich
Doch was ist eigentlich Lärm? Was die einen erst als Hintergrund-Geräusch empfinden, ist für die andern bereits lästig und damit Lärm. Der Organismus aber reagiert unabhängig von der subjektiven Einstellung sehr empfindlich auf Geräusche.
Dieses Jahr in der Schweiz publizierte Studien belegen, dass ein Dauerschall- pegel von 65 bis 70 Dezibel, wie er an vielen verkehrsorientierten Strassen herrscht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten um etwa 18 bis 20 Prozent erhöht. Hohe Nachtbelastungen sind Haupttreiber für dieses Risiko.
Viele ausländische Studien kommen zu vergleichbaren Resultaten, weshalb auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich tiefere Grenzwerte empfiehlt.
Verkehrslärm ist damit gleich schädlich wie die Luftverschmutzung. Behörden, die nichts gegen hohe Lärmbelastungen unternehmen oder sie gar erhöhen, schädigen deshalb Gesundheit und Leben der Anwohnenden.
Begehung neuralgischer Punkte
Um dem Thema Lärm Gehör zu verschaffen, hat die GLP am kommenden Samstag von 10 bis 11.30 Uhr eine öffentliche Begehung der neuralgischen Punkte in Lenzburg organisiert.
Heiko Loretan, Sektionsleiter Luft, Lärm und NIS in der Abteilung für Umwelt im Departement Bau Verkehr und Umwelt, sowie Peter Ettler, Präsident Lärmliga Schweiz, werden bei dieser Begehung dem interessierten Publikum vor Ort zeigen, was Lärm ist, wie er gemessen wird, was die aktuellen Grenzwerte sind, aber auch was mögliche Lärmschutzmassnahmen bewirken. (ahö)



