Generationenwechsel bei den Freischaren

Jugendfest Eine Tradition braucht stetige Erneuerung. Getreu dieser Devise wurden am Freischaren-Rapport verschiedene personelle Wechsel vollzogen. Ins Manöver vom 10. Juli 2020 werden die wilden Horden von Stephan Weber geführt, der General Stephan Gurini ablöst.

<em>Ablösung: </em>Am Freischaren-Rapport gratuliert General Stephan Gurini seinem Nachfolger Stephan Weber. Foto: Jean-Daniel Ruffieux

<em>Ablösung: </em>Am Freischaren-Rapport gratuliert General Stephan Gurini seinem Nachfolger Stephan Weber. Foto: Jean-Daniel Ruffieux

<em>Verabschiedung:</em> Der abtretende Freischaren-Stabschef Peter Buri in einer massgeschneiderten Kadettenjacke. Foto: Fritz Thut

<em>Verabschiedung:</em> Der abtretende Freischaren-Stabschef Peter Buri in einer massgeschneiderten Kadettenjacke. Foto: Fritz Thut

Es ist der Abend der grossspurigen Ankündigungen. Ein Grossmaul versucht das andere zu übertreffen. Gefühlt 1000-mal wird vom ersten Sieg über die Kadetten geschwafelt. Doch spätestens am späten Nachmittag des 10. Juli haben sich die grossspurigen Versprechen wieder in Pulverdampf aufgelöst.

Doch, wie gesagt, am Freischaren-Rapport träumt man von grossen Taten und einer siegreichen Schlacht. Wohl vergebens, auch wenn man zu diesem Treffen diesmal wegen der immer grösseren Schar an Strategen, Taktikern und Organisatoren vom angeschriebenen Haus in den Alten Gemeindesaal zügeln musste.

In den, logischerweise kurzen, besonnenen Momenten konzentrierte man sich darauf, worauf es eigentlich ankommt: Das Lenzburger Freischarenmanöver ist eine 1852 erstmals schriftlich erwähnte Tradition, die sich zu einem einzigartigen, alle zwei Jahre stattfindenden Freilufttheater entwickelt hat. Damit jeweils schöne Bilder in die Landschaft gemalt werden können, braucht es eine penible Organisation, um das Schauspiel für die bald 1000 Akteure sicher und die Zuschauer attraktiv zu machen.

Der Freischaren-Rapport, zu dem die Freischaren-Commission (mit C) in den geraden Jahren jeweils im Januar einlädt, bildet die Grundlage und Startschuss für ein farbenfrohes Spektakel, das jedes Mal gleich und trotzdem anders ist.

Beliebt und akzeptiert wie nie

Commissions-Präsident Stefan Regli konnte mit Genugtuung auf die ersten zwei Amtsjahre zurückblicken. Zwar reichte es auch 2018 nicht zum ersten Sieg über die disziplinierten Kadetten, doch Regli stellte fest: «Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass unsere Tradition heute punkto Beliebtheit und Akzeptanz einen Höhepunkt erreicht hat.»

Dies soll auch in Zukunft gelten und deshalb wurde am diesjährigen Rapport fast abgeschlossen, was weitsichtige Strategen seit längerer Zeit angedacht haben: «Innerhalb von zwei bis drei Manövern ist es uns gelungen, einen totalen Generationenwechsel zu bewirken», so Regli. Deshalb wurde auch diesmal wieder eine Vielzahl von verdienten Funktionären verabschiedet und durch frische, sieghungrige Kräfte ersetzt. So treten etwa Hans-Peter Brunner als Dirigent der Freischarenmusik, Frank Haemmerli als Chef Artillerie, Edgar Kohler als Chefinstruktor Kadetten und Feldschreiber Heiner Halder ins zweite Glied zurück.

Neuer General aus gleichem Stall

Aber auch an der Spitze gab es diesmal Ablösungen. Der Rechtsanwalt Stephan Weber (Stephano del Narratore al Tribunale) löst den in der gleichen Kanzlei tätigen Stephan Gurini (Stephano il notaio ex pralino) als General ab.

Mit dem Stabschef Freischaren Peter Buri (Brummowitch Parlante del Cantone) gab jener notorisch erfolglose Strippenzieher sein Amt ab, der seit Jahren im Hintergrund geschickt die Fäden zur Erhaltung und Entwicklung des Manöverbrauchs zieht. Von seinem Weggefährten Regli erhielt Buri zum Abschied eine massgeschneiderte Kadettenjacke – damit er sich «als Kadett und damit als Sieger des Manövers fühlen» kann.

Auf die Schlüsselpositionen innerhalb des Commissions-Ausschusses wurden berufen: Carole Zwyssig-Kliem als Stabschefin Kadetten (als Nachfolgerin von Stefan Regli, der damit seine Doppelfunktion beendete) und Thomas Steinmann als Stabschef Freischaren.

Edgar Kohler, Peter Buri und Stephan Gurini wurden zu Ehrenfreischaren ernannt.

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