Frostreserven mindern Frostausfälle
Die Lenzburger Ortsbürger-Rebbauern dürfen aufatmen: Dank rechtzeitiger biologischer Massnahmen fielen die befürchteten Frostschäden nicht so gravierend aus.
Die Traubenernte darf deshalb optimistisch erwartet werden. Das gab der neue Rebbauverantwortliche Werner Volkmar am Rebberg-Fest bekannt. Zwar war der Winter einmal mehr zu mild, die Reben trieben zu früh aus, am 20. April verursachte der Frost ansehnliche Schäden, doch die Frostreserve – ein stehengelassener zusätzlicher Austrieb – glich den Verlust an Knospen grösstenteils aus.
Hagel Anfang Juli
Zu allem Überfluss tobte am 8. Juli ein Gewittersturm mit Hagel über der Region, was weitere Blessuren brachte. «Aufgrund des guten Behanges sind wir jedoch zuversichtlich und erwarten nach heutigem Stand eine durchschnittliche bis gute Ernte», freute sich Volkmar.
Allerdings droht nun noch die Kirschessigfliegen-Invasion, gegen welche indes auch rechtzeitige Gegenmassnahmen getroffen werden.
«Räblüs» arbeiteten 1200 Stunden
Dass das Rebjahr trotz allem positiv bewertet werden kann, ist das Verdienst der «Räblüs» – das sind die rund 35 freiwilligen Aktivisten, welche bereits an 35 Arbeitseinsätzen während beinahe 1200 Stunden den Weinberg pflegten. Es wurde geschnitten, das Drahtgestell instand gestellt, das Schnittgut gehäckselt und verteilt, Ruten angebunden, Frostruten zurückgeschnitten, erlesen und ausgebrochen, eingeschlauft, entlaubt, Geiztriebe entfernt, eingekürzt, gebaut, gespritzt. Und Gras gemäht: Weil dieses wuchert, wurde speziell ein Mäh-Team formiert und mit zwei Fadenmähern ausgerüstet. Bei derlei Aussichten durften die zahlreichen Teilnehmer guten Gewissens trotz feuchtem Wetter die traditionelle Rebbergbesichtigung geniessen, am Eigengewächs nippen und sich im Trockenen reichlich verpflegen.



