Fotofestival – «etwas Neues für die Stadt»
Fotografie Bis zum 20. Mai läuft die erste Edition des Fotofestivals Lenzburg. Mit diesem Anlass habe die Kulturstadt neues Terrain betreten, hiess es an der Eröffnung.
Unten, in den Arkaden des Alten Gemeindesaals, lief der Kinder-Workshop «Ich mache meine eigene Fotoausstellung» mit sichtlich begeisterten Jugendlichen. Gleichzeitig fand oben die offizielle Eröffnung des ersten Fotofestivals Lenzburg statt.
Obwohl dieses «Opening» (Fotografiesprache ist offensichtlich Englisch) etwas langatmig geriet, liess man sich als Besucher sofort vom Enthusiasmus von Festivalleiterin Margherita Guerra anstecken. Die vor fünf Jahren von Florenz nach Lenzburg gezogene Fotografin und Fotoredaktorin wurde gut aufgenommen: «Schon nach kurzer Zeit habe ich mich hier zu Hause gefühlt.»
Eine Macherin
Angetan war Guerra von der hohen Lebensqualität, aber auch von der angetroffenen kulturellen Vielfalt. Nur ihr Metier, die Fotografie, schien «etwas zu kurz zu kommen», ortete sie ein Manko. Erkannt und behoben. 2017 gründete sie die «Gesellschaft für Fotografie» und machte sich zielstrebig an die Organisation des Fotofestivals.
«Solche Leute, die nicht nur sagen ‹man sollte› und ‹man könnte›, sondern etwas anpacken und durchziehen, gefallen mir», liess sich Markus Blättler, CEO der SWL Energie AG und passionierter Hobbyfotograf, von Guerras Leidenschaft anstecken. Das Fotofestival hatte einen Hauptsponsor gefunden. Und die Begeisterungsfähigkeit zog weitere Kreise.
Stefanie Jud, die als Mitglied der Kulturkommission den in einer Klausur steckenden Stadtrat an der Eröffnung vertrat, spürte «inspirierendes Herzblut» bei den Organisatoren und so fielen die weiteren Schritte leicht: «Die Kulturkommission unterstützt neue Initiativen und Fotografie ist etwas Neues für die Stadt.»
«Im Wandel» als passendes Motto
Und so ist diese Kunstform in den nächsten Wochen omnipräsent. Entlang der Bahnhofstrasse sind 26 grossformatige Fotos aus dem vom Museum Burghalde verwalteten Nachlass von «Baustellen-Reporter» Armin Nussbaum, der mit seiner Kamera ein halbes Jahrhundert die Entwicklung von Lenzburg festhielt, erstmals öffentlich zu sehen. Via Smartphone und QR-Code können passende Audiokommentare abgerufen werden. Hier wird augenscheinlich, weshalb für die Premiere das Motto «Im Wandel» gewählt wurde.
Zum gleichen Thema fand vorgängig ein öffentlich ausgeschriebener Fotowettbewerb statt. Aus 600 Einsendungen wählte eine Fachjury 33 Bilder aus, die in Schaufenstern der «Centrum»-Geschäfte ausgestellt werden und vom Publikum bewertet werden können. Der Preis der Jury ging an Jean-Marc Caimi und Valentina Piccinini für das Foto «Home» eines Flüchtlingsbuben. Der Publikumspreis wird an der Abschlussveranstaltung am 17. Mai im «Hypi»-Foyer verliehen.
Bis dahin finden zahlreiche Veranstaltungen und Workshops an verschiedensten Orten statt.
Internet: www.fotofestivallenzburg.ch.









