Finissage läutet die Pause ein
Mit einer Finissage wird die Burghalde am Samstag in eine 21-monatige Umbauphase geschickt. Ende September 2018 erstrahlt das Museum mit geändertem Konzept in neuem Glanz.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, geht im Lenzburger Museum Burghalde ein Ära zu Ende. Mit einer Finissage wird die vor 32 Jahren gestartete Ausstellung in Rente geschickt. Phönix-gleich wird das Museum am 28. September 2018 – völlig neu gestaltet – wieder auferstehen.
Als im Juli 1985 im Burghaldenkomplex, dessen erste Liegenschaften auf das Jahr 1628 zurückgehen, das Museum eröffnet wurde, war es «nach damaligen Massstäben modern», wie Stiftungsratspräsident Urs F. Meier festhält. Doch die Zeit bleibt auch oder speziell bei Museen nicht stehen: «Das Burghalden-Museum entspricht aktuell nicht mehr den heutigen Ansprüchen», so Meier.
Fast sieben Millionen
Dies haben die Verantwortlichen der Stiftung zusammen mit den Ortsbürgern erkannt und geben nun Gegensteuer: Für 6,75 Millionen Franken wird das Hauptgebäude in den nächsten gut anderthalb Jahren massiv umgebaut. Diese Grossinvestition teilen sich die Ortsbürgergemeinde (4,5 Mio.) und die private Stiftung Burghalde (2,25 Mio.).
Dabei werden nicht nur technische Auflagen von Behindertengerechtheit und Feuerpolizei erfüllt, sondern wird auch die Dauerausstellung nach modernen Grundsätzen gestaltet. «Auf die Besucher wartet anschliessend ein ganz anderes Erlebnis», verspricht Museumsleiterin Christine von Arx.
«Die Identität für die Lenzburger steht dabei im Vordergrund», umschreibt Meier eine Vorgabe an die Planer. Wie es die Gegenwart erfordert, wird man im Museum Burghalde künftig die Ausstellungsobjekte «nicht nur anschauen, sondern auch erleben können», wie es von Arx formuliert. Wichtig für die Museumsleiterin ist auch, dass es künftig vom neuen Eingang aus einen definierten Rundgang gibt. Der Barocksaal und die im Untergeschoss verbleibende Ikonensammlung sind künftig mit einem Lift auch weniger mobilen Besuchern zugänglich.
Laut Christine von Arx wird die neue Ausstellung klare Schwerpunkte aufweisen. Archäologie, Stadtgeschichte, Kunsthandwerk, prägende Familien und Industriegeschichte sind da einige Stichworte.
Überbrückung in der «Seifi»
Das Museum Burghalde geht ab nächstem Montag nicht gänzlich auf Tauchstation: Die Urgeschichtswerkstatt wird an den Zweitstandort in der «Seifi» verschoben – und sogar noch ausgebaut. Unter dem Titel «Do it yourself – Werken wie in der Steinzeit» bietet die Erlebniswerkstatt ein Angebot für alle, aber natürlich weiterhin spezielle für Jugendliche. Rund 100 Schulklassen besuchen diese Einrichtung pro Jahr.
Vorerst wird nun Abschied von der alten Ausstellung gefeiert, ehe die Ausstellungsstücke sukzessive aus- und sicher zwischengelagert werden. Die Finissage bietet verschiedene Höhepunkt wie Landauerfahrten durch die (Alt-)Stadt, einen verbalen Schlagabtausch und einen Apéro riche, der schon fast in Apéro opulent umgetauft werden muss. Für einmal darf ungestraft mit dem Glas in der Hand in allen Ausstellungsräumen zirkulieren.



