Filmprojekt aus dem Müllerhaus lässt Geschichte zu Wort kommen

Bildung Wo heute kulturelles Leben pulsiert, blickt das Müllerhaus auf eine bewegte Vergangenheit zurück. In einem ambitionierten Filmprojekt wollen das Aargauer Literaturhaus Lenzburg, die Berufsschule Lenzburg und die Stiftung Dr. Hans Müller und Gertrud Müller diesem historischen Erbe neues Leben einhauchen.

Das Bürgerhaus am Bleicherain, 1785 erbaut und eines der prächtigsten Gebäude der Stadt, dient als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum. Vielmehr ist es aber auch ein steinernes Zeugnis der Lenzburger Geschichte. Dies soll nun durch die Stimmen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen filmisch dokumentiert werden. Das passiert als Mix der Generationen. Lenzbruger Berufschülerinnen und Berufsschüler interviewen Zeitzeugen.

Was wie ein klassisches Schulprojekt klingt, hat weit grössere Dimensionen: Schülerinnen und Schüler der Berufsschule Lenzburg führen nicht nur Interviews, sie gestalten unter professioneller Unterstützung des Unternehmens Blueheart einen Dokumentarfilm, der im September Premiere feiern wird. Neben praktischen Einblicken in Mediengestaltung und journalistische Arbeit lernen sie auch, wie regionale Geschichte erzählt – und bewahrt – werden kann. «Die Jugendlichen treten in Dialog mit Menschen, die das Müllerhaus in unterschiedlichen Epochen erlebt haben», erklärt Michelle Müller, Geschäftslieterin Müllerhaus. Bei den Lernenenden handelt es sich um Zeichnerinnen und Zeichner Innenarchitektur (ZFIA). Von der Berufsschule zeichnen Urs Schwarz und Michela Daum verantwortlich. Michela Daum unterrichtet Allgemeinbildenden Unterricht (ABU) und Urs Schwarz ist der Abteilungsleiter. Die beiden berichten viel Gutes. «Auch die zurückhaltenden Schülerinnen und Schüler der Klasse haben sich super engagiert und grosse Teile ihrer Schüchternheit abgelegt», berichtet Michela Daum.

Im Müllerhaus muss es nicht enden

Doch das Projekt beschränkt sich nicht auf filmisches Erzählen. Parallel zur Premiere sind interaktive Veranstaltungen im Müllerhaus geplant. Zudem möchte das Müllerhaus seine Geschichte künftig auch in neuen Formaten erzählen – und so weitere Menschen erreichen. Langfristig zielt die Initiative auf mehr: Das Format könnte als Modell für weitere historische Gebäude in Lenzburg dienen – und damit zur schweizweiten Blaupause für innovative Geschichtsvermittlung werden. Finanziert wird das Projekt durch Sponsoren sowie durch Eigenmittel der Berufsschule Lenzburg, des Aargauer Literaturhauses und der Stiftung Dr. Hans Müller und Gertrud Müller

Das Projekt startete im Februar und läuft bis Oktober. Die Idee und auch die Umsetzung versprechen einen Beitrag zur kulturellen Bildung und zur Auseinandersetzung mit lokalem Erbe. Dass dabei Generationen miteinander ins Gespräch kommen, macht den Wert des Vorhabens umso grösser.

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