Explosive Aufräumarbeiten im Wald
Ein Sprengspezialist half den Forstdiensten Lenzia vergangene Woche bei den Aufräumarbeiten der Sturmschäden durch Sturm Burglind.
Den Forstdiensten Lenzia bereitete eine Anfang Januar vom Sturm Burglind gefällte Buche bis vergangene Woche ein wenig Kopfzerbrechen. Der im Durchmesser rund 80 Zentimeter dicke Wurzelstock mitsamt imposantem Wurzelteller kam mitten im Hang, direkt oberhalb eines Spazierwegs zu liegen. Der schmale, rege benutzte Pfad verbindet Vita-Parcours und den Radweg auf der Wilstrasse im Forstgebiet Lenzia.
Die Gefahr, dass der Wurzelstock auf den darunterliegenden Gehweg abrutscht, schätzten die Forstexperten als erheblich ein. Rasch war klar: Der Stock soll weg.
Doch das «Wie», das beschäftigte selbst Oberförster Frank Haemmerli. Zahlreiche Möglichkeiten wurden geprüft, aber die Durchführung scheiterte an der Machbarkeit. «Warum also nicht einfach wegsprengen, was sich nicht bewegen oder absägen lässt?»
Die Forstdienste Lenzia holten sich mit Walter Weber von der GU Sprengtechnik AG, Erlinsbach, einen externen Sprengexperten an Bord. Der Sprengtechniker hat nicht nur einen Sprengausweis, sondern gilt als Experte für Sprengungen im In- und Ausland. Unter anderem hat er 2013 erfolgreich den 45 Meter hohen Rockwell-Tower in Aarau gesprengt.
Für die Stock-Sprengung im Lenziawald vom Mittwoch brauchte es zwar bei weitem nicht so viel Sprengstoff – für den Tower waren 75 Kilogramm nötig, für den Stock 360 Gramm–, die Sprengung im Wald war aber dennoch ein richtiges Highlight. Oberförster Haemmerli, schon 25 Jahre im Amt, hat selbst noch nie eine Stocksprengung erlebt. Und auch Stadtrat und Ressortvorsteher Martin Steinmann wollte sich das Ereignis nicht entgehen lassen.
Ernüchterndes Ergebnis
Dass der Einsatz des Sprengexperten durchaus seine Berechtigung hatte, zeigte das Resultat der Sprengung. Nach zweieinhalb Stunden Vorbereitung und einer grossräumigen Absperrung des Gebiets knallte es zwar deftig im Wald; der Sprengstoff hatte den Stock aber nicht wie erhofft weggesprengt, sondern lediglich aufgespalten.
Ein ernüchterndes Resultat, auch für den Sprengexperten: «Ich habe mir mehr erhofft.»
Eine zweite Sprengung stand zur Diskussion, Projektleiter Thomas Waltenspühl entschied sich dann aber für die weniger spektakuläre Variante: Das Abholzen des Stocks war nun nach der Sprengung gefahrlos möglich, da das Holz nicht mehr unter Spannung stand.
Und damit der Wurzelteller nicht durch Regenwasser ins Rutschen kommt, wird das Erdreich rund um den Stock aufgefüllt. Problem gelöst.







