Erfolgserlebnisse für «go for work»
Berufswahl Das vom Gewerbeverein Lenzburg und Umgebung getragene Projekt «go for work» trägt Früchte. Neue Berufsbildschnupperer trafen in der Malerwerkstatt Weber auf einen Vorgänger, der nun in der Lehre steckt.

Beim Projekt «go for work» können Schüler der zweiten Klasse Oberstufe während eines Tages einen Beruf hautnah erleben. Dieser Schnuppertag soll erste Kontakte knüpfen zwischen Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben und potenziellen Lehrlingen.
300 Schnupperplätze zur Auswahl
Besseren Schülern soll hier aufgezeigt werden, dass es konkrete Alternativen zur gymnasial-akademischen Laufbahn gibt. Wer etwa zum Ende der Volksschulzeit etwas schulmüde ist, kann mit einer Lehre praktische Erfahrungen sammeln, ohne sich einen späteren Wechsel an Fachhochschule oder Uni zu verbauen.
Bereits zum fünften Mal fand «go for work» in Lenzburg statt. Alle Beteiligten stehen hinter dem Projekt und ziehen eine positive Bilanz. Lehrer Marcel Mattenberger, der Ansprechpartner der Schule, findet es wichtig, dass die Jugendlichen bei der Berufswahl nicht nur auf theoretische Beschreibungen im Unterricht angewiesen sind: «Man muss es erleben und kann so viel besser erfahren, was zu einem Berufsbild gehört.»
Für die gut 160 Schüler des aktuellen Jahrgangs standen Mattenberger rund 300 Schnupperplätze zur Verfügung. Angesichts dieses riesigen Angebots fiel es nicht schwer, jeden Schüler einem seiner drei Wunschberufe zuzuteilen. Erich Renfer, der Präsident des Gewerbevereins, ist stolz darauf, derart viele Betriebe motiviert zu haben, bei der Aktion mitzumachen. «Von nichts kommt nichts. Wir wollen bewusst auf Qualität setzen, damit die richtigen Jugendlichen die richtige Lehrstelle bekommen.»
Frühe Tagwache zum Auftakt
Dazu sei ein derart früher erster Kontakt zwischen Schüler und potenziellem Lehrbetrieb «enorm wichtig», so Renfer. Und sein Vorstandskollege Patrick Iseli ergänzt: «Mit diesem Kennenlernen erreichen wir das Ziel, Lehrabbrüche weitgehend zu verhindern.»
Wie es im Berufsleben draussen aussieht, erlebten die «go for work»-Schnupperer im Malerbetrieb Weber am Aabach: Bereits morgens um Viertel vor sieben hatten sie anzutraben.
Im Betrieb trafen sie auf Lehrling Marcel Mathis, der vor zwei Jahren hier mit «go for work» geschnuppert hatte und nun seit August in der Ausbildung steckt: «Ich kann schon relativ viel machen», zog er nach gut einem Monat ein positives Fazit.
Malermeister Stefan Weber schätzt den «entscheidenden frühen Zeitpunkt» der Kontaktaufnahme. So kann man dem Lehrlingsmangel begegnen. Und Fehlbesetzungen verhindern. Jene Schnupperin, die in Stöckelschuhen auf die Baustelle kam, wurde noch am «go for work»-Tag nach Hause geschickt.
Schwierige Verbreitung
go for work Das Lenzburger Erfolgsmodell des Berufsschnuppertages soll in der ganzen Region angeboten werden, doch es läuft nicht überall rund. Wie an der jüngsten Vorstandssitzung des Gemeindeverbandes Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS) zu hören war, ist die Verbreitung alles andere als einfach, da die Organisation aufwändig ist. «Es hängt viel vom Engagement der Gewerbevereine ab», hielt LLS-Geschäftsführer Jörg Kyburz den Finger auf eine wunde Stelle in vielen Gemeinden. (tf)



