Entertainment pur: Stricken im Kino kommt gut an
Freizeit Seit November präsentiert das Kino Lenzburg in Zusammenarbeit mit dem Geschäft «Zum Gufechnopf» monatlich den Anlass «Stricken im Kino». Damit hat ein wolliger Trend seinen Weg nach Lenzburg gefunden.
Iris Bachmann, Inhaberin des Mercerie-Geschäfts «Zum Gufechnopf», hat nicht zu viel versprochen: Schon eine Weile vor dem Einlass bildet sich vor dem Löwen-Cinema in der Altstadt eine kleine Schlange mit vielen Besucherinnen und einigen Besuchern. Viele ausgestattet mit kleinen Beuteln oder Taschen – vermutlich gefüllt mit Stricknadeln und Wolle. Die Stimmung ist gut, die Begrüssungen herzlich, hier und da tauschen sich einige zu ihren aktuellen Strickprojekten aus. Inzwischen sind die Türen geöffnet, hinein geht es ins Strickkino mit der Komödie «Ein fast perfekter Antrag».
Wer sich nun wundert über die Kombination Stricken und Kino, dem sei gesagt: Es ist ein Trend, welcher in vielen Kinos zelebriert wird. «Diesen Trend habe ich mitbekommen und gedacht, es wäre schön, das ebenfalls in Lenzburg anbieten zu können», erzählt Initiatorin Iris Bachmann. Hier kommt André Baumann junior vom Kino Lenzburg ins Spiel: «Als Iris fragte, ob das nicht etwas für uns wäre, haben wir überlegt und den Dialog mit anderen Kinos gesucht.» So sei Solothurn beispielsweise eines der ersten Filmtheater in der Schweiz gewesen, die «Stricken im Kino» ins Programm aufgenommen hatten. «Die Rückmeldungen haben uns überzeugt», führt Baumann aus, «nun ging es darum, einen passenden Film für das erste Event zu finden.» Denn ein guter Film mache einfach viel aus.
Schlange vor der Kinokasse
An der Premiere des Anlasses im November 2025 gab es schliesslich «Mamma Mia – Der Film» zu sehen. Die Resonanz sei hervorragend gewesen, sind sich André Baumann und Iris Bachmann einig. Seitdem gehört einmal im Monat «Stricken im Kino» mit ins Programm. Die Inhaberin vom «Gufechnopf» erinnert sich schmunzelnd daran, wie gut «Ewigi Liebi» ankam. «Da reichte die Schlange vor dem Eingang bis weit in die Gasse hinaus.» Baumann unterstreicht das: «Bis auf wenige Plätze waren wir fast ausverkauft.»
Auch an diesem Abend ist viel los, so kommen einige Besuchende wieder die Treppe hinab und merken amüsiert an: «Auf dem Balkon sind schon keine Plätze mehr frei, wir gehen also ins Parterre.» Dort ist es ebenso gemütlich; auf den Plätzen liegen kleine Zettel mit dem Hinweis auf das nächste Strickkino im April. Gezeigt wird «Extrawurst» mit Hape Kerkeling.
Damit das Stricken während des Films gut klappt, wird das Licht nur etwas gedimmt. Auf diese Weise sollten also keine Maschen verloren gehen. Die Komödie mit Iris Berben und Heiner Lauterbach kommt gut beim Publikum an, leise klappern im Hintergrund die Stricknadeln – gemütlich und entspannend. Einige Zuschauerinnen sagen, das gemeinsame Handarbeiten und dazu einen Film anzusehen, gefalle ihnen sehr gut. Die meisten sind nicht das erste Mal bei «Stricken im Kino» dabei. Überhaupt scheinen sich Handarbeiten inzwischen wieder grosser Beliebtheit zu erfreuen. Iris Bachmann vermutet, dass dieser Trend vor einer Weile aus Skandinavien ins übrige Europa getragen wurde. Ihre Mitarbeiterin Esther Bucher führt aus: «Bei TikTok ist Stricken gerade extrem beliebt, so kommen auch viele Jüngere dazu, damit zu beginnen.» Sehr beliebt in Bezug auf Anleitungen sei offenbar Youtube, erläutert Bachmann. «Zudem gibt es dazu den Nachhaltigkeitsgedanken und die Freude daran, selbst etwas zu produzieren.»
Auch künftig wird das Strickkino im Löwen-Cinema seinen Platz haben. «Im April und Mai stehen noch zwei Termine an, bevor eine Sommerpause folgt», informiert André Baumann. «Aber im Herbst geht es weiter.» Und für das Strickkino im Mai hält er eine Überraschung parat, mit einem breiten Lächeln verrät er: «Dann zeigen wir ‹Der Teufel trägt Prada 2›».







