Einheitspolizei, Wirtschaft und das Gefängnis

Regierungsbesuch Am 28. Oktober fanden sich viele Interessierte beim Lenzburger Bahnhof ein, um den Ausführungen des Aargauer Regierungsrates und Vorstehers des DVI, Departement Volkswirtschaft und Inneres, Dieter Egli (SP) zu folgen.

Der Rundgang führte vom Bahnhof zum ehemaligen Hero-Areal und heutigen «Im Lenz»-Quartier, wo Regierungsrat Egli unter anderem die Zusammenarbeit mit der in Lenzburg ansässigen Wirtschaft aufzeigte. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, ein breites Kinderbetreuungsangebot und flexible Arbeitsmodelle würden seiner Meinung nach helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Vernetzung grosser und kleinerer Unternehmen, aber auch die Förderung der Ausbildung liegen ihm sehr am Herzen und sind zentrale Themen im Bereich der Standortförderung, welche ebenfalls im DVI angesiedelt ist.

Zu wenig Polizisten und diese nicht effizient genug

Polizei und Sicherheit gehören auch ins Departement DVI – und wen wundert, dass die geplante Einheitspolizei Thema bei der Wanderung war? Gemeinden und Kanton nehmen gemeinsam eine wichtige Aufgabe wahr und es gilt, die Rahmenbedingungen zu optimieren und so den immer komplexer werdenden Delikten gerecht zu werden. Zudem müsste das Korps aufgestockt werden, ist doch im Aargau eine Polizistin oder ein Polizist für 700 Bewohnende zuständig, was deutlich über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt liegt. Auch hier sieht Egli dringenden Handlungsbedarf.

Beim Zwischenhalt mit Blick aufs «Schneeflöcklihaus», in dem die Staatsanwaltschaft Aarau-Lenzburg untergebracht ist, kam Dieter Egli auf die wichtige und intensive Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei zu sprechen. Verbrechen werden heute nur dank schneller, hoch professioneller und kompetenter Zusammenarbeit gelöst. Dies funktioniert im Aargau immer wieder sehr gut; interkantonal bestünde jedoch durchaus Verbesserungspotenzial. Beim Spaziergang aufs Schloss konnte nebst der wunderbaren Aussicht auf die Herbstlandschaft mit den Lenzburger Rebbergen auch ein Blick aufs Zentralgefängnis genossen werden – aus sicherer Distanz. Die JVA Lenzburg verfügt über 363 Haftplätze, davon 221 im geschlossenen Vollzug. Die restlichen 142 Plätze stehen für Untersuchungshaft, Halbgefangenschaft sowie Kurzstrafen für Jugendliche, Frauen und Männer zur Verfügung. Die Gefangenen werden von rund 280 Mitarbeitenden überwacht, betreut und begleitet. Es hätte noch viele Themen zu besprechen gegeben, doch die mehr als zwei Stunden für die «Wanderung» waren schnell vorbei. Auch beim anschliessenden Apéro im Haus im Garten konnte man sich aber mit Regierungsrat Egli austauschen und mit ihm zum Beispiel die Vor- und Nachteile der Einheitspolizei weiterdiskutieren. (Thomas Schaer/rfb)

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