Eingelöste Wettschuld und ein 4:0 zum Neustart
Im ersten Spiel nach dem Abstieg aus der 2. Liga inter machte der FC Lenzburg vieles richtig. Dank einem verdienten Sieg über Aufsteiger Suhr liegt das Team von Coach Igor Drmic im Soll. Vom direkten Wiederaufstieg spricht auf der Wilmatten indes noch niemand.

Ueli Bruder und Mike Barth teilen sich die Führungsarbeit im FC Lenzburg. Ehrensache, dass sich die beiden Co-Präsidenten die Saisonpremiere gegen Aufsteiger Suhr gemeinsam auf der Tribüne der Sportanlage Wilmatten anschauten.
Schon vor dem Anpfiff hatten die beiden Grund zur Freude: «Suhrs Trainer und Präsident Ivan Simon hat uns einen Matchball spendiert», schmunzelte Barth, «er hatte bei mir noch eine Wettschuld offen.» Welche nun beglichen wäre.
Während die Mannschaften unten auf dem grünen Rasen bei herrlichem Fussballwetter zu Werke gingen, plauderten Bruder und Barth ein bisschen aus dem präsidialen Nähkästchen. Und verrieten, dass sie quasi wie die Jungfrau zum Kind zu ihrem neuen Stürmerstar gekommen sind. Bruder: «Nenad Bijelic rief eines Abends an und fragte, ob wir noch einen Spieler brauchen könnten.» Bijelic, ehedem beim FC Wohlen und beim FC Biel in der Challenge League, wollte trotz seiner Rolle als Leistungsträger weg vom Erstligisten Baden und klopfte beim FC Lenzburg an. Der 27-jährige Vollblutstürmer wurde mit offenen Armen empfangen. Und dankte das Vertrauen mit einer starken Leistung gegen Suhr. Er schoss nicht nur das wegweisende 2:0 kurz vor der Pause. Er leitete mit einer mustergültigen Vorlage auch noch das 4:0 des erst 17-jährigen Joel Martins ein.
Ein erster Schritt in eine sportlich erfolgreiche Zukunft ist also gemacht. «Aber, dass du mir jetzt nicht schreibst, dass wir sofort wieder aufsteigen wollen», dämpfte Barth eine möglicherweise auskommende Euphorie. «Wir wollen versuchen, im ersten Drittel der 2.-Liga-Rangliste zu bleiben.» Dieses Ziel will man erreichen mit einer Mannschaft, deren Spieler laut Barth zu 80 Prozent in Lenzburg oder der näheren Umgebung wohnen.
Spione auf dem Platz
Apropos: Beim 4:0-Erfolg über Suhr waren auch zwei bekannte Gesichter des FC Othmarsingen am Spielfeldrand zu sehen. Der eine, Trainer Beat Dünki, wollte sich vor dem ersten Revierderby der Saison ein Bild vom FCL machen («die Lenzburger haben eine starke Mannschaft»). Der andere, Stürmer Gezim Zeqiraj, wollte sich mit Bijelic jenen Mann anschauen, der ihm in einem Jahr die Krone als erfolgreichster 2.-Liga-Kanonier streitig machen könnte. Kurz und gut: Die Fans dürfen sich auf die Partie vom 10. September in Othmarsingen freuen.



