Einer der wichtigsten Musikpreise des Landes geht an einen Lenzburger

Kultur Ruedi Häusermann erhält den Schweizer Musikpreis. Damit ehrt die Schweiz sein Lebenswerk.

Ausgezeichneter Lenzburger: Ruedi Häusermann erhält den Schweizer Musikpreis für sein langjähriges künstlerisches Schaffen.Foto: zvg
Ausgezeichneter Lenzburger: Ruedi Häusermann erhält den Schweizer Musikpreis für sein langjähriges künstlerisches Schaffen.Foto: zvg

Am 19. September erhält Ruedi Häusermann einen der höchstdotierten Schweizer Musikpreise. Der Erfinder der musiktheatralischen Sprache ist bekannt für seine grossen Werke. Gerade die kleineren, unscheinbareren Projekte brachten ihn oft zur Höchstform.

«Ich bin Schweizer Bürger, von Grund auf ein guter Mensch, habe ein reines Herz und grosses Können», meinte er einmal in einem Interview. Er brachte mit dieser Aussage nicht nur das Produktionsteam, sondern sich selbst zum Lachen. Humor begleitet den Künstler und Musiker seit jeher wie eine Muse durch sein Leben. «Humor öffnet dir die Tür zur Herzlichkeit», erklärt er in seinem Atelier am Kronenplatz. Wer ihn kennt, den überrascht diese Aussage nicht. Man sieht ihn selten ohne Lächeln durch die städtischen Gassen schlendern.

Gut gelaunt und inspiriert

Häusermanns musikalische Anfänge lagen nach der Kadettenmusik im Improvisationsjazz. «Musik soll nur Musik sein und damit die Emotionen wecken», meint er. Improvisation sei für ihn hierfür der beste Zugang gewesen. «Ich habe meine Welt selbst gebaut», sagt er dazu. Das mache das Leben nicht unbedingt einfacher, aber lebenswerter. Dabei seien ihm immer wieder Selbstzweifel im Weg gestanden. Trotzdem versuchte er stets Neues. Das Metschgplatsch-Konzert rief er ins Leben. «Obschon es Jahrzehnte brauchte, bis es offiziell ins Programm aufgenommen wurde», erinnert er sich. Im Grossen und Ganzen sei ihm Lenzburg aber eine gute Heimat. 1948 in Lenzburg geboren, hat er über Jahrzehnte eine Kunstform entwickelt, die geschriebene Musik und Improvisation mit szenischen Ideen verbindet. Zentral: eine Grundatmosphäre des Gut-aufgelegt-Seins. Seit seiner Kindheit begeisterte er sich für Jazz und spielte schon als Kantonsschüler in Pepe Lienhards erster Bigband. Es folgten ein Studium in Ökonomie, dann in Musik mit Schwerpunkt Querflöte. Seit den 1990er-Jahren realisiert der Aargauer Musiktheaterarbeiten, unter anderem am Burgtheater Wien, an der Volksbühne Berlin sowie an den Münchner Kammerspielen, wo er zusammen mit Gerhard Polt das Erfolgsstück «A scheene Leich» entwickelt hat. Bis heute lebt er mit der Familie in Lenzburg, wo er die Konzertreihe «Zwischenräume» für improvisierte Gegenwartsmusik veranstaltet. Das jüngste Häusermann-Stück trägt den Titel «Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage dir – es ist die Waschmaschine». Als nächste Arbeit wagt sich Häusermann zum ersten Mal an ein Stück für Kinder: «Chind – musiktheatralische Bescherung», Premiere ist im Herbst 2027.

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