Ein uralter Präsident und eine neue Verwaltungsrätin
Im Jubiläumsjahr der Hypothekarbank Lenzburg («Hypi») wies die Aktionärs-Generalversammlung einige besondere Züge auf. Beim Geschäftlichen wurde der Zweckartikel der Bank erweitert und mit Doris Agotai eine neue Verwaltungsrätin gewählt.
Bei uns gibt es noch Theater, und zwar richtiges Theater.» Mit diesem Bonmot eröffnete «Hypi»-Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart den offiziellen Teil der 149. ordentlichen Generalversammlung mit einer ordentlichen Verspätung. Zuvor hatten Mitglieder des Vereins Landschaftstheater Lenzburg die 1284 anwesenden Aktionäre in die Gründungszeit der «Hypi» entführt.
Werner Christen trat als Theodor Bertschinger-Amsler ans Rednerpult. Bertschinger war der erste Verwaltungsratspräsident, als am 21. Juni 1868 die «Hypothekar- und Leihkasse Lenzburg», die heutige «Hypi», gegründet wurde. Fast 150 Jahre später hob Bertschinger den Mahnfinger und mahnte – nach einigen amüsanten Müsterchen aus der Firmengeschichte – die heutigen Verantwortlichen: «Setzt das Geld sinnvoll ein, setzt keinen Staub an und bleibt beweglich.»
Offiziell auch Software-Schmiede
Dies musste man dem Präsidenten und Marianne Wildi, der Vorsitzenden der Geschäftsleitung, nicht zweimal sagen. Wildi konnte von ganz andern Summen berichten als Bertschinger: Erstmals lag die Bilanzsumme über fünf Milliarden Franken und das Geld wurde derart sinnvoll eingesetzt, dass trotz «weiterhin tiefem Zinsumfeld» ein Jahresgewinn von 22,1 Millionen resultierte.
Selbstredend wehrten sich die Aktionäre nicht gegen den Antrag, ihnen neben der schon traditionellen Dividende von 110 Franken zusätzlich 40 Franken in Form einer Nennwertrückzahlung auszubezahlen. 150 Franken pro Aktie zu 150 Jahre «Hypi». Dies machte eine Statutenanpassung nötig und da nutzte man die Gelegenheit, gleich den Zweckartikel um den Satz «Die Bank kann IT- und Service-Leistungen für Dritte erbringen.» zu ergänzen.
Mit Doris Agotai, «einer anerkannten Expertin in Human-Computer-Interaction», wird im Verwaltungsrat die IT-Kompetenz gesteigert. Mit einer Zustimmung von 96 Prozent erhielt die Fachhochschul-Professorin dicke Vorschusslorbeeren. Auch sonst waren die Aktionäre in Jubiläums-Laune und hiessen alle Anträge deutlich und damit die Eigenständigkeitsstrategie mit dem Zusatz «persönlich und digital» gut.
Jubiläumsbuch und Znacht
Die GV-Teilnehmer hatten schon beim Zugang zur Mehrzweckhalle Schützenmatt neben den üblichen Pralinés ein Exemplar des druckfrischen, 152-seitigen Jubiläumsbuches «Die Hypi-Story» erhalten. Das vorerst letzte Geschenk vor zahlreichen auf das ganze Jahr verteilten Jubiläums-Events war die Naturaldividende in Form eines Nachtessens in einem Lenzburger Restaurant.







