Ein Planwerk für das Bücherregal?
Vor dem nahen Ende des Mitwirkungsverfahrens zum Kommunalen Gesamtplan Verkehr der Region Lenzburg orientierten Vertreter der drei Gemeinden Lenzburg, Niederlenz und Staufen über das Planwerk. Vorgebracht wurde die Hoffnung, dass der Bericht umgesetzt wird.
Stadtrat Martin Steinmann und Christian Brenner, Abteilungsleiter Tiefbau, führten an der Orientierungsversammlung von letzter Woche in das Planwerk ein, unterstützt von den Gemeinderäten Toni Grob, Niederlenz, und Pascal Furer, Staufen. In der offenen Fragerunde kam Werner Christen, Lenzburg, von der IG Velo gleich auf den Punkt: «Vergilbt der 156-seitige Schlussbericht in den kommunalen Bücherregalen oder wie ist seine Umsetzung geplant?»
Gemäss Steinmann fliesst das Planwerk in die Revision der Ortsplanung ein, für Toni Grob bildet die Arbeit ein echtes Werkzeug. Peter G. Schütz, Niederlenz, erkundigte sich, ob mit dem Bericht lediglich eine Forderung aus dem Baugesetz erfüllt wurde oder ob dafür ein echtes Bedürfnis vorlag. In Voten wurden örtliche Unzulänglichkeiten im Detail angesprochen. Der Autoverkehr sollte insgesamt reduziert werden können, meinte Stefan Zantop. Pascal Furer hielt der Bevölkerung den Spiegel vor und erinnerte daran, dass wir alle zum Verkehrsaufkommen beitragen. Er warnte zudem, irgendwo zu «schrauben», ohne die Folgen fundiert zu überlegen.
Drei Sorgen im Fokus
Der Kommunale Gesamtplan Verkehr ermöglicht eine Gesamtbetrachtung, stimmt Siedlung und Verkehr aufeinander ab und soll in ausgewogenen Verkehrslösungen münden. Da ist es naheliegend, dass von Stadtrat Martin Steinmann die verstopften Strassen thematisiert wurden und er Abhilfe schaffen will. Die Begleitgruppe findet die Parkiersituation am Bahnhof Lenzburg und die Zufahrten zur Autobahn sowie zum Bahnhof als dringend zu verbessern. Christian Brenner verhehlte nicht, dass die Begleitgruppe oft hart nach Lösungen ringen musste, da die Meinungen weit auseinanderlagen. Im Schlusswort kam Stadtammann Daniel Mosimann auf zwei Vorhaben zu sprechen, die Erleichterung betreffend Staus bringen sollen. Einerseits das kommende Strassenbauvorhaben im Neuhof und anderseits die Netzstrategie Unteres Seetal mit den Umfahrungen von Seon und Schafisheim, allerdings ohne den Zeitpunkt der Realisierung zu kennen.
Mutige Lösungen gefragt
Martin Steinmann zeigt sich dankbar für jeden Beitrag im Mitwirkungsverfahren. Leicht verspätet eingereichte Anregungen werden ebenfalls noch berücksichtigt. Angestrebt wird eine breite Meinungsbildung. Die Kosten der über 100 vorgeschlagenen Massnahmen liegen noch nicht vor. Müssen auch nicht. Die Gemeindevertreter legen Wert auf die Trennung zwischen Planung und Realisierung ab 2018. Mit 190000 Franken sind die Kosten für den Kommunalen Gesamtplan Verkehr veranschlagt. Die finanziellen Anteile sind im Juni 2014 von den Gemeindeversammlungen Niederlenz und Staufen sowie vom Einwohnerrat Lenzburg genehmigt worden.
Ein stolzer Betrag, der Hoffnungen nach Lösungen weckt. Nach mutigen Lösungen. Der Bericht darf keinesfalls in den Bücherregalen verstauben.







